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BrandIndex: Mineralwasser als starke Marke

Anbieter von Markenmineralwasser stehen in Deutschland unter Druck: Billige Angebote aus dem Discounter vermiesen ihnen zunehmend das Geschäft. Dennoch sind nach wie vor auch einige teurere Marken bei den Verbrauchern äußerst beliebt, schreibt Boris Hedde von YouGovPsychonomics.

Bonaqua: Das Markenimage Quelle: AP
Bonaqua: Das Markenimage verschiedener Mineralwassermarken im Vergleich Quelle: AP

Auch wenn Mineralwasser noch immer das beliebteste alkoholfreie Getränk der Deutschen ist, haben in der Branche zahlreiche Getränkehersteller mit Absatzproblemen zu kämpfen. Vor allem den Markenanbietern macht zu schaffen, dass viele Verbraucher nicht mehr zu den teuren Produkten greifen, sondern ihr Wasser immer öfter für wenige Cent in Discountern wie Lidl, Aldi oder Netto kaufen. Vor diesem Hintergrund gewinnt für die traditionellen Hersteller eine starke Positionierung ihrer Marken immer mehr an Bedeutung.

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Wie eine neue Imageanalyse auf Basis des Markenmonitors YouGov BrandIndex zeigt, haben es einige Hersteller tatsächlich bereits geschafft, ihre Marken effektiv zu positionieren. So ist die Marke Gerolsteiner bei den Konsumenten besonders beliebt: Sie erreicht derzeit rund 82 BrandIndex-Punkte und steht damit an der Spitze aller untersuchten Wassermarken. Mit derzeit 78 Punkten folgt die Marke Selters im BrandIndex-Ranking auf Platz zwei. Der zur Radeberger Gruppe und damit zum Oetker-Konzern gehörenden Marke kommt vermutlich zugute, dass einige Menschen den Namen Selters als Synonym für Mineralwasser verwenden.

Wassermarken schneiden konstant gut ab

Das nach wie vor sehr gute Abschneiden einiger Wassermarken ist erstaunlich, schließlich unterscheiden sich die verschiedenen Mineralwasserprodukte aufgrund einheitlicher Richtlinien nicht besonders stark voneinander. Eindrucksvoll ist aber auch die Stabilität der Imagewerte: Selbst als im Mai über eine mögliche Uran-Belastung mancher Wasserprodukte berichtet wurde, war im BrandIndex keine Eintrübung der Imagewerte zu beobachten.

Grafik: Markenimage Mineralwassermarken
Grafik: Markenimage Mineralwassermarken

Es gibt jedoch auch Marken, die im Markenvergleich deutlich schwächer abschneiden. Dazu gehört etwa die Coca-Cola-Marke Bonaqa, die lediglich 38 BrandIndex-Punkte erreicht.  Allerdings handelt es sich bei Bonaqa nicht um ein Mineralwasser, sondern lediglich um ein Tafelwasser für das keine amtliche Anerkennung notwendig ist. Die Verbraucher unterscheiden hier offenbar genau, denn die Marke Bonaqa steht im Hinblick auf die Qualitätswahrnehmung der befragten Konsumenten mit Abstand auf dem letzten Platz.

Eine andere Wassermarke aus dem Hause Coca Cola schneidet da deutlich besser ab: Die durch den Konzern im Jahr 2006 übernommene Marke Apollinaris erreicht derzeit rund 65 BrandIndex-Punkte und bewegt sich damit auf ähnlichem Niveau wie die Marke Volvic (Danone), die aktuell ebenfalls 65 Punkte erreicht. Etwas schwächer schneidet mit einem durchschnittlichen Score von 58 Punkten die Nestlé-Marke Vittel ab. Die ebenfalls zu Nestlé gehörende Marke Aquarel wird von den Verbrauchern noch kritischer bewertet - sie erreicht durchschnittlich nur 46 BrandIndex-Punkte.

Überraschenderweise bewegt sich auch das Danone-Premiumwasser Evian mit durchschnittlich 52 BrandIndex-Punkten in Sachen Beliebtheit lediglich im Mittelfeld. Vor allem in der BrandIndex-Dimension „Preis-Leistungs-Verhältnis“ schneidet Evian vergleichsweise schlecht ab. Zur Untersuchung: Der BrandIndex ist ein Markenmonitor. Auf der Basis einer täglichen Befragung von 1000 Personen ermöglicht er detaillierte Imageanalysen von über 500 Marken aus 20 Branchen.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 10.08.2009, 00:15 UhrAnonymer Benutzer: Mukka

    bürger, dass Sie mit ihren Einwegflaschen vom Discounter die Umwelt belasten, weil diese viel umweltschädlicher sind als Mehrwegflaschen, ist ihnen wahrscheinlich egal. Es muss wirklich nicht immer Premium sein, aber Leute, die Porsche fahren und dann beim Lidl einkaufen, finde ich echt peinlich!

  • 05.08.2009, 17:38 UhrAnonymer Benutzer: Meyer-Schulte

    ...ich frage mich,... wenn Uran und Hormone aus PET-Flaschen keine Wirkung zeigen (brandindex), was sollte man noch nachweisen, damit wir nachhaltig und sicher unser Leitungswasser zu Hause selbst aufbereiten.........

  • 05.08.2009, 17:30 UhrAnonymer Benutzer: Bürger

    Toller beitrag von "Realist"
    Also ich verdiene deutlich mehr als der bundesdurchschnitt und lasse mir auch das Lidl Wasser schmecken. ich merk da eh keinen Unterschied zu den teueren Marken.
    Aber vielleicht sollte ich besser den Porsche weglassen und dafür Evian Wasser trinken. Nur dem Trend zu liebe ;-)

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