
Nicht nur in Deutschland ist der amerikanische Pharmakonzern Pfizer vielen Menschen besser als der „Viagra-Hersteller“ bekannt. Nicht ohne Grund: Kaum ein anderes Medikament erregte in den vergangenen Jahren mehr Aufmerksamkeit als das von Pfizer hergestellte Potenzmittel Viagra - allerdings nicht immer in positiver Hinsicht.
Wie die Entwicklungen im Markenmonitor YouGov BrandIndex aber nun zeigen, wurde Viagra in den vergangenen Monaten deutlich beliebter: Im Vergleich zum vierten Quartal des Jahres 2008 sind die Imagewerte der Marke um rund neun Prozent gestiegen. Außerdem erreicht Viagra mit derzeit etwa minus 58 BrandIndex-Punkten in Sachen Markenimage sogar ein 12-Monats-Hoch.
Trotz der deutlichen Verbesserung des BrandIndex-Scores bewegt sich Viagra nach wie vor auf einem äußerst schwachen Niveau. Keine andere im BrandIndex beobachtete Pharmamarke hat ein dermaßen schlechtes Image wie das blaue Potenzmittel von Pfizer. Zum Vergleich: Andere Medikamente wie etwa Voltaren, Dolormin oder Mucosolvan erreichen bei den Deutschen eine wesentlich bessere Imagebewertung von weit über 60 BrandIndex-Punkten.
Spam-Mails belasten Image
Grund für das schlechte Abschneiden der Marke Viagra ist aber möglicherweise weniger das Produkt selbst als viel mehr die hohe Anzahl an lästigen Spam-Mails, in denen viele Internetnutzer immer wieder zum Kauf von Viagra-Fälschungen aufgefordert werden. Darauf deuten auch die auffallend schlechten Buzz-Werte hin, die sich im Falle von Viagra dauerhaft auf sehr schwachem Niveau halten. Die Buzz-Werte repräsentieren im Unterschied zu den langfristig interpretierbaren Indexwerten die kurzfristige Markenwahrnehmung. Diese ist ein Zeichen dafür, inwiefern den Befragten kurzfristig etwas Positives oder Negatives über eine Marke zu Ohren gekommen ist.
Sehr überraschend ist aber, dass Viagra bei jungen Menschen wesentlich besser ankommt als bei älteren Befragten, obwohl ja gerade junge Männer nicht zur Kernzielgruppe des Medikaments zählen dürften. So ist die Marke in der Gruppe der unter 30-Jährigen mit derzeit etwa minus 38 BrandIndex-Punkten gut 20 Punkte stärker als in anderen Altersgruppen.
Konkurrenzprodukt Levitra schneidet besser ab
Besser als Viagra schneidet insgesamt betrachtet das Konkurrenzprodukt Levitra ab. Auch dieses potenzsteigernde Medikament des Herstellers Bayer konnte in den vergangenen Wochen Imagegewinne verbuchen und erreicht aktuell rund minus vier BrandIndex-Punkte. Bei der Bewertung dieser Ergebnisse muss man allerdings berücksichtigen, dass die Marke Levitra noch vergleichsweise jung und entsprechend weniger bekannt ist als Viagra.
Die Imageverbesserungen bei den Potenzmitteln ist im Übrigen kein internationales Phänomen: So verzeichnete Viagra zum Beispiel in den USA keine auffälligen Steigerungen der BrandIndex-Werte - auch wenn der aktuelle Indexwert von minus 24 Punkten eher darauf hindeutet, dass die Amerikaner dem Medikament insgesamt offener gegenüberstehen als die Deutschen.
Zur Untersuchung: Der BrandIndex ist ein Markenmonitor. Auf der Basis einer täglichen Befragung von 1000 Personen ermöglicht dieses forschungsbasierte Tool zur Markenführung tagesaktuelle Imageanalysen von über 500 Marken aus 20 Branchen.










