
Als Mitte April der Luftraum über Deutschland und vielen anderen Ländern Europas wegen eines Vulkanausbruchs in Island gesperrt war, stand plötzlich das Geschäftsmodell der gesamten Reisebranche in Frage. Einige Fluggesellschaften kritisierten die Sperre scharf und forderten eine Aufhebung des Flugverbots. Daraufhin wurde der Vorwurf laut, wirtschaftliche Interessen seien den Airlines wichtiger als die Sicherheit der Fluggäste.
Dabei trägt doch gerade im Falle von Airlines das Thema Sicherheit maßgeblich zur Imagebildung bei. Wie sich das Ansehen wichtiger Fluggesellschaften und Reiseanbieter in den vergangenen Wochen entwickelt hat, zeigt eine Imageanalyse auf Basis des Markenmonitors YouGov BrandIndex.
Zwar sind in der Zeit nach dem 15. April leichtere Imageverluste zu beobachten, doch offenbar haben den großen deutschen Flugmarken die Flugausfälle und die Diskussion um das Flugverbot nicht nachhaltig geschadet. So erreicht Air Berlin derzeit mit 63 BrandIndex-Punkten ähnlich starke Imagewerte wie noch vor der Sperrung des Luftraums. Ähnliches gilt auch für andere Airline-Marken wie Germanwings, Condor oder TUIfly.
Ryanair fällt besonders negativ auf
Besonders negativ fällt lediglich der irische Billigflieger Ryanair auf, der mittlerweile auf minus 59 Punkte abgesackt ist und hierzulande ein entsprechend großes Imageproblem hat. Die Imagewerte der größten deutschen Airline Lufthansa liegen hingegen mit derzeit 80 BrandIndex-Punkten sogar über den Anfang April gemessenen Werten. Allerdings erholen sich die Lufthansa-Indexwerte derzeit noch von deutlichen Imageverlusten, die im Rahmen des Pilotenstreiks entstanden waren.
Ein Vorfall, der sich bereits im Januar ereignete, zeigt, wie sensibel die Deutschen auf Meldungen zum Thema Flugsicherheit reagieren: Nachdem es zu Jahresbeginn gleich mehrfach zu Vorfällen beim Start von Air-Berlin-Flugzeugen kam, sackten die BrandIndex-Werte der Marke Air Berlin deutlich ab.
Eine ähnliche Entwicklung wie bei den Flugmarken ist auch bei den deutschen Reiseanbietern zu beobachten: Nach leichten Einbußen haben sich die Imagewerte der großen Anbieter wie Tui, Thomas Cook und Rewe Touristik (ITS, DERTOUR) relativ schnell wieder erholt. Mit Bussen holten einige Anbieter die Urlauber aus den Ferien zurück, andere kündigten gar die Reiseverträge mit ihren Kunden. Zumindest in Sachen Public Relations scheinen die Tourismusunternehmen bislang keine großen Fehler gemacht zu haben. Thomas Cook erreicht derzeit mit 72 BrandIndex-Punkten sogar ein deutlich besseres Ergebnis als Anfang April.
Mit der Thailand-Krise lastet allerdings bereits ein weiteres Problem auf den Anbietern: Durch die poltische Krise und den damit verbundenen Einschränkungen in dem beliebten Urlaubsland war es zu Stornierungen gekommen. Zum Teil spiegeln sich die Vorfälle bereits in den BrandIndex-Verläufen wider.
Zur Untersuchung: Der YouGov BrandIndex ist ein Markenmonitor. Auf der Basis einer täglichen Befragung von 1000 Personen ermöglicht dieses forschungsbasierte Tool zur Markenführung tagesaktuelle Imageanalysen von über 500 Marken aus 20 Branchen.













