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BrandIndex: Vertrauen in Banken noch immer geschwächt

von Boris Hedde

Ein Jahr nach dem Ausbruch der weltweiten Wirtschaftskrise ist das Vertrauen der Bürger in die Finanzbranche noch immer stark beschädigt. Positive Signale gibt es hingegen aus anderen Branchen, schreibt Boris Hedde von YouGovPsychonomics.

BrandIndex: Vertrauen in Banken immer noch geschwächt
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Auch wenn es seit einigen Wochen immer öfter Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung gibt, dürften weite Teile der Wirtschaft noch längere Zeit unter den Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise zu leiden haben. Vor allem dem Finanzsektor wird es als mutmaßlichem Auslöser der Krise schwer fallen, das Vertrauen der Verbraucher wiederzugewinnen.

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Darauf deutet auch eine aktuelle Branchenanalyse hin, die mithilfe des Markenmonitors YouGov BrandIndex erstellt wurde: Demnach hat die Finanzbranche in Deutschland einen nachhaltigen Imageschaden erlitten. Nach dem Ausbruch der Finanzkrise im vergangenen Jahr waren die durchschnittlichen Imagewerte der Bankenbranche innerhalb weniger Wochen von zuvor rund 3 auf minus 19 BrandIndex-Punkte abgesackt. Mittlerweile haben sich die Imagewerte zwar wieder etwas erholt, mit derzeit minus 12 BrandIndex-Punkten sind sie allerdings noch immer wesentlich schlechter als in den Monaten vor dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers im September 2008.

Sparkassen gehen als Sieger hervor

Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang, dass nicht alle Banken gleichermaßen von den Imageverlusten betroffen sind. So gehen neben den Volks- und Raiffeisenbanken vor allem die Sparkassen sogar als Sieger aus der Krise hervor: Sie erreichen heute einen um etwa 50 Prozent höheren BrandIndex-Score als noch im August 2008. Schwach entwickelten sich hingegen die Indexwerte der Commerzbank und auch die der Deutschen Bank.

Noch schlimmer als bei den Banken war der Einbruch der Imagewerte allerdings bei anderen untersuchten Fondsgesellschaften, zu denen Marken wie DWS, ComInvest, UBS oder Franklin Templeton Investment gehören. Relativ betrachtet konnte die zur S-Finanzgruppe gehörende Fondsgesellschaft Deka im Ansehen bei den Verbrauchern gegenüber den Mitbewerbern gewinnen. Branchenweit sind die BrandIndex-Werte hier im vergangenen Jahr auf bis zu minus 31 Punkte eingebrochen.

Imagewerte der Autobranche steigen an

Doch zumindest aus anderen Branchen gibt es positive Signale. Selbst die unter Druck geratene Automobilindustrie hatte in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt betrachtet keine größeren Imageverluste zu verkraften. Im Durchschnitt stiegen die Imagewerte seit März dieses Jahres sogar wieder leicht an. Der für die Automobilbranche gemessene Buzz deutet außerdem daraufhin, dass die positive Entwicklung der Imagewerte anhalten könnte. Nach zunächst sehr schwachen Buzz-Werten infolge negativer Berichterstattung in den Medien, hat sich dieser Indikator mittlerweile wieder deutlich erholt. Im Unterschied zu den langfristig orientierten Indexwerten zeigen die Buzz-Werte, ob eine Marke kurzfristig von den Verbrauchern positiv oder negativ wahrgenommen wird.

Allerdings ist die Entwicklung der einzelnen Marken auch in der Automobilbranche sehr unterschiedlich: Während Marken wie Volkswagen oder Audi bei den Verbrauchern sehr beliebt sind, entwickelte sich das Image anderer Marken wie Porsche oder Lexus eher schlecht.

Auch im Hinblick auf den Einzelhandel sind die Verbraucher positiv gestimmt - bei einigen Händlern ist im Vergleich zum Vorjahr sogar eine deutliche Steigerung der Beliebtheit zu beobachten. Zu den Gewinnern zählen zum Beispiel der Buchhändler Thalia oder die Elektronikkette Media Markt. Aber auch Lebensmittelhändler wie Aldi oder Edeka sind im Laufe der vergangenen zwölf Monate beliebter geworden.

Zur Untersuchung: Der BrandIndex ist ein Markenmonitor. Auf der Basis einer täglichen Befragung von 1000 Personen ermöglicht dieses forschungsbasierte Tool zur Markenführung tagesaktuelle Imageanalysen von über 500 Marken aus 20 Branchen.

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