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Briefmarkt: Post prüft Flatrate für Briefe

von Christian Schlesiger

Es wäre eine Revolution: Für einen jährlichen Fixbetrag sollen Bundesbürger unbegrenzt Briefe versenden können – das plant Deutsche-Post-Vorstand Jürgen Gerdes.

Als realistische Jahresgebühr gelten 60 Euro. Unternehmen, die sehr viel versenden, zahlen entsprechend mehr. Allerdings stecke das Projekt noch „in der Entwicklungsküche“, berichtet ein Insider, doch schon im kommenden Jahr könnte die sogenannte Flatrate für Briefe kommen. Sie wäre die Antwort auf eine Reihe von Herausforderungen, die das Post-Geschäft bedrohen. Das Briefvolumen gehe „Jahr für Jahr um zwei Prozent zurück“, sagte jüngst Brief-Vorstand Gerdes.

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Es sei wahrscheinlich, dass sich dieser Trend „sogar noch beschleunigt“. Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres erwirtschaftete der Konzern im Briefgeschäft 150 Millionen Euro weniger operativen Gewinn als ein Jahr zuvor, der Umsatz sank um fünf Prozent. Hinzu kommt die Bedrohung aus dem Internet. Der Bund plant ein Gesetz, dass die rechtsverbindliche E-Mail-Kommunikation ermöglicht. Die „De-Mail“ wird herkömmliche Brief-Post weitgehend überflüssig machen.

Mit der Flatrate könnte Gerdes zumindest vorübergehend verhindern, dass das Briefgeschäft noch weiter schrumpft. Schließlich muss er seine Briefträger auslasten. Die Personalkosten der rund 80.000 Zusteller machen mehr als 70 Prozent der Zustellkosten aus. Bis Mitte 2011 gilt noch eine Beschäftigungsgarantie. Der Brief-Vorstand plant zudem eine weitere Änderungen: Ein Brief von Köln nach Bonn könnte preiswerter sein als nach Bayern. Doch auch das sei „noch Zukunftsmusik“.

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