British Airways: Fluggeschäft zieht erst 2011 wieder an

British Airways: Fluggeschäft zieht erst 2011 wieder an

Der Chef der British Airways, Willie Walsh, rechnet erst 2011 damit, dass die Konjunktur anzieht und die Zahl der Fluggäste wieder steigen wird.

„Heute ist praktisch die ganze Weltkonjunktur kollabiert, das Bankensystem funktioniert nicht mehr, und die meisten Fluglinien haben durch den hohen Ölpreis im vergangenen Sommer fast keine Reserven mehr“, skizziert Willie Walsh, Chef der British Airways im Gespräch mit der WirtschaftsWoche.

Walsh glaubt nicht, dass schon in diesem Jahr der Tiefpunkt erreicht ist und 2010 die Konjunktur und damit die Umsatz der Fluglinien wieder anziehen. „Ich sehe kein Zeichen für ein besseres wirtschaftliches Umfeld. Es wird erst noch schlechter, bevor es wieder aufwärtsgeht. Wir planen mit dem Jahr 2011, aber ich hoffe sehr, wir irren uns.“

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Die BA sieht Walsh im Vergleich zu den Konkurrenten Lufthansa und Air France aufgrund des starken Anteils der Fernflüge über den Nordatlantik im Vorteil. „Unser Kerngeschäft ist die Langstrecke, vor allem in Richtung USA, wo wir Marktführer sind. Die Region leidet weniger als Asien, die Domäne unserer Freunde bei Air France und Lufthansa. Zudem zieht uns der Einbruch im Frachtverkehr weniger nach unten, weil wir damit weniger Geschäft machen.“

In den Flügen zwischen den USA und Europa sieht Walsh auch die erste Chance auf wieder steigende Umsätze. „Der USA-Verkehr hat weniger gelitten, und er zieht wahrscheinlich früher wieder an als andere Regionen“, so Walsh. „Ich glaube, dass der Geschäftsreiseverkehr im Herbst 2010 wieder wächst, und in der Vergangenheit zog Europa immer rund ein halbes Jahr später nach.“

Überraschend vage äußerte sich Walsh zur Fusion mit der spanischen Iberia, die sich deutlich länger hinzieht als erwartet. „Ich glaube genauso fest daran wie bei der Ankündigung im vergangenen Juli. Aber wir machen keinen Deal um jeden Preis“, so Walsh.

Man sei sich in allen wichtigen Punkten einig. „Wir sind einig, wer welche Anteile hält. Wir haben uns auf den Wert der Synergien geeinigt, wie wir die beiden Marken entwickeln und die Drehkreuze Heathrow und Madrid ausbauen.“ Allerdings will Walsh keine Gründe nennen, warum die Fusion nicht schnell über die Bühne geht und deutet nur an: „Es kommt auch auf die Details an, etwa wie bestimmte Teile der Unternehmen bewertet werden, wenn sich plötzlich der Wechselkurs ändert.“

Die Defizite im BA-Pensionsfonds seien jedenfalls kein Grund für die Verzögerungen. „Ich sehe darin kein Thema. Sicher, das Defizit ist etwas größer als vor zwei Jahren, weil besonders die Aktien des Fonds weniger wert sind. Doch ich erwarte nicht, dass wir im Moment mehr Geld einzahlen müssen als geplant. Und das sehen die Aufsichtsbehörden derzeit genauso.“

Ausdrücklich begrüßt hat Walsh die Pläne der Lufthansa, die britische Fluglinie BMI zu übernehmen. „Das wäre im Moment gut für uns. BMI verliert eine Menge Geld. Das würde bei einer Fusion auch Lufthansa und Virgin schwächen. Wenn die das wirklich durchziehen wollen, wäre das toll.“

Dabei äußerte der BA-Chef Interesse an Teilen von BMI, falls Lufthansa das Unternehmen nach einer Übernahme verkleinern wolle, etwa durch ein geringeres Angebot an Flügen am Flughafen London-Heathrow, wo sowohl BMI als BA stark sind. „Sollte uns Lufthansa die BMI-Startrechte in Heathrow anbieten, wäre das sicher interessant.“

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