Bsirske-Freiflüge: Transparency: Sonderleistungen für Aufsichtsräte regulieren

Bsirske-Freiflüge: Transparency: Sonderleistungen für Aufsichtsräte regulieren

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Frank Bsirske

Die Anti-Korruptionsorganisation fordert klare Regeln und mehr Transparenz bei Sonderleistungen. Dabei sind die Dax-Konzerne schon weiter: die meisten bieten ihren Aufsehern nur Geld und vermeiden so Diskussionen über ihre Unabhängigkeit.

Im Zusammenhang mit einem Gratisflug von Verdi-Chef Frank Bsirske hat die Anti-Korruptionsorganisation Transparency International klare Regeln für Sonderleistungen für Aufsichtsräte gefordert. Die Deutschland-Vorsitzende Sylvia Schenk sagte der WirtschaftsWoche: „Die Beteiligten sollte vereinbaren, ob und in welchem Umfang besondere Leistungen wie Freiflüge in Anspruch genommen werden können und wann besser nicht.“ So wäre ein Verzicht auf Sonderleistungen vor oder während eines Streiks angemessen. Grundsätzlich sprach sich Schenk dafür aus, alle Leistungen außer der finanziellen Vergütung abzuschaffen um Missverständnisse und Spekulationen über mögliche Interessenskonflikte zu vermeiden. „Doch wenn dies nicht durchsetzbar ist, sollte Verdi deutlich machen, was geht und was nicht.“ Außerdem forderte Schenk mehr Transparenz. „Verdi muss wissen, wie oft Herr Bsirske die Freiflüge nutzt.“

Die Diskussion über Privilegien von Aufsichtsräten hatte sich an einem Urlaubsflug des Vorsitzenden der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Bsirske entzündet. Dieser hatte in seiner Funktion als Vizechef des Aufsichtsrates bei der Lufthansa für sich und seine Frau Freiflüge nach Los Angeles in Anspruch genommen. Kurz danach hatte Verdi die Lufthansa mehrere Tage bestreikt. Nach heftiger Kritik von Politik und Gewerkschaften will Bsirske jetzt die Erste-Klasse-Tickets nachträglich bezahlen.

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Bis zu der von Schenk geforderten Transparenz ist es noch ein weiter Weg. Nach Aussage von Dr. Roland Köstler, Mitbestimmungsexperte der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung, gibt es keine systematische Erfassung der Sonderleistungen.

Doch offensichtlich fürchten die deutschen Konzerne Diskussionen über die Unabhängigkeit ihrer Aufseher und halten ihre Sonderleistungen vorsorglich niedrig. Das Handelsblatt fand in einer Umfrage unter den Dax-Unternehmen heraus, dass so großzügige Regelungen wie unbegrenzt viele Freiflüge wie bei der Lufthansa eine Ausnahme sind. Bei Autoherstellern können die Kontrolleure Neuwagen zu ähnlichen Konditionen kaufen oder leasen wie die Mitarbeiter. Bei Allianz und Postbank gibt es einen Mitarbeiterrabatt bei Abschluss von Versicherungen oder Bausparverträgen. Aufsichtsräte bekommen diese Vergünstigungen aber nur dann, wenn sie auch im Hauptberuf bei den Unternehmen arbeiten und deswegen einen Anspruch darauf haben. Die Deutsche Telekom stattet ihre Aufseher mit einer Art Home Office aus: für die Dauer ihrer Tätigkeit bekommen sie Computer, Drucker, Handy, Festnetzanschluss und –telefon geliehen.

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