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Buchhandel: Thalia will Verleger für digitale Bücher werden

von Mario Brück und Peter Steinkirchner

Deutschlands größte Buchhandelskette Thalia will künftig digitale Buchinhalte selbst verlegen. Das kündigte Thalia-Chef Michael Busch im Gespräch mit der WirtschaftsWoche an. Klassische Bücher werde Thalia allerdings nicht verlegen.

„Wir sind und bleiben in erster Linie Buchhändler und keine Verleger“, so Busch. „Jedoch denken wir im Bereich digitaler Bücher darüber nach, neben Verlagskooperationen auch auf Eigenproduktion zu setzen, um das Angebot an digitalen Buchinhalten für unsere Kunden zu erhöhen; die Entwicklung auf Verlagsseite ist noch deutlich zu langsam.“

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Trotz der zunehmenden Konkurrenz durch Internet-Buchhändler glaubt Thalia weiterhin an den stationären Buchhandel. „Wir setzen auch künftig auf unsere traditionellen Buchhandlungen, jedoch wird das Wachstum hier nicht mehr so stark sein wie in den letzten Jahren.“

Zurzeit betreibt Thalia 292 Filialen, deutlich weniger als die Nummer 2 im Markt, die Buchhandelsgruppe DBH mit Marken wie Hugendubel und Weltbild, die 493 Buchläden führt. Doch beim Umsatz ist Thalia mit Abstand der Branchenprimus. Dem Branchenmagazin „Buchreport“ zufolge kam Thalia 2009 auf einen Umsatz von 910 Millionen Euro. Bei DBH betrug der Umsatz 743 Millionen Euro.

Das klassische Ladengeschäft steht vor großen Herausforderungen

Deshalb will er Innovationen aus dem Modellgeschäft in Weiterstadt bundesweit übernehmen.

„Sehr gut angenommen werden multimediale Elemente wie die ,Landkarte des Verbrechens’, oder die Terminals, über die sich Kunden Buchbesprechungen von den Buchhändlern vor Ort holen können.

Das werden wir möglicherweise so weit ausbauen, dass jeder unserer Buchhändler sich auch eine Internet-Seite einrichten kann, sodass Stammkunden dort rund um die Uhr die Empfehlungen ihrer Lieblingsbuchhändler abrufen können.“

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