Burger King: Kein McDonald´s-Klon

Burger King: Kein McDonald´s-Klon

von Andreas Henry

Die Fast-Food-Kette Burger King wird wieder privatisiert. Der Vergleich mit dem erfolgreichen Konkurrenten McDonald´s belegt, dass die Strategien der Private-Equity-Gesellschaften und Investmentbanken, die das Unternehmen 2002 übernahmen und 2006 an die Börse brachten, vor allem eines brachten: Ärger mit den Franchise-Nehmern.

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Ein Verkauf der Fastfood-Kette Burger King steht zur Debatte

Auf den ersten Blick sieht die Bilanz für frühe Investoren von Burger King ganz akzeptabel aus.

Im Mai 2006 feierte die Aktie ihre Wiedereinführung an der US-Börse zu einem Preis von 17 Dollar. Heute, nachdem Berichte über eine möglicherweise bevorstehende Privatisierung den Kurs um fast 20 Prozent auf über 18 Dollar getrieben haben, bliebe für sie sogar ein kleiner Gewinn übrig. Und immerhin zahlte das Unternehmen zuletzt sogar eine Minidividende von 20 Cent pro Jahr.

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Die US-Wirtschaftskrise hat im gleichen Zeitraum zahlreiche andere Restaurantketten schwer ins Wanken gebracht oder sogar umgeworfen. Eigentlich nicht schlecht also, könnte man meinen.

Erfolgreicher Platzhirsch McDonald's

Wenn da nicht McDonald´s wäre. Die Manager der mit einem Marktwert von fast 80 Milliarden Dollar größten Restaurantkette der Welt haben in den vergangenen Jahren eindrucksvoll bewiesen, dass Größe der Innovationskraft und Beweglichkeit eines Unternehmens nicht zwangsläufig schadet.

Während sich bei McDonald´s mit neuen Konzepten und einem geschickten Angriff auf die Kaffee-Bastion von Starbucks die Gewinne pro Aktie seit 2006 mehr als verdoppelten, gab es bei Burger King Ideenlosigkeit, Lähmung und Stagnation. Das spiegelt sich auch in den Kursen wieder:

Wer sich damals für den Platzhirsch McDonald´s entschied, konnte bis heute seinen Einsatz verdoppeln und hat von der Krise praktisch nichts gespürt. Wer dem IPO-Getrommel der Emissionsbanken von Burger King verfiel, wird mit Neid auf diese Performance blicken.

Die führende Emissionsbank war Goldman Sachs. Gemeinsam mit den beiden Private-Equity-Gesellschaften TPG Capital und Bain Capital hat die Investmentbank bei Burger King immer noch das Sagen. Goldman hält laut Bloomberg noch 10,34 Prozent der Burger-King-Aktien, ein Partner der Bank sitzt an entscheidender Stelle im Board of Directors. TPG hält 11,14 Prozent und Bain 9,99. Im Jahr 2002 hatte das Trio die Burgerkette für rund 1,5 Milliarden Dollar vom britischen Getränkekonzern Diageo übernommen und dann in mehreren Schritten Aktien an der Börse platziert.

Am Mittwoch dementierte eine Sprecherin der britischen Investmentfirma 3i Group, die als möglicher Käufer für Burger King in einem Bericht des „Wall Street Journal“ genannt worden war, dass es Gespräche mit Burger King gebe.

Doch „Burger King könnte als eine privat gehaltene Einheit tatsächlich besser dran sein,“ sagt Mark Kalinowski, einer der besten Analysten für Restaurantketten vom unabhängigen Research-Unternehmen Janney Capital Markets. Denn das Unternehmen habe einige große langwierige Probleme, die man besser lösen könne ohne die ständige öffentliche Kontrolle, die ein Listing an der Börse mit sich bringe. Da seien „zum Beispiel die höchst unzufriedenen Franchise-Nehmer an der Basis,“ sagt Kalinowski, aber auch die Frage der Positionierung des Unternehmens, „so dass es für Fast-Food-Fans nicht so daherkomme wie ein anderer McDonald´s-Klon.“

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