Burkhard Schwenker: Roland-Berger-Chef: "Wer führt, muss Profil zeigen"

Burkhard Schwenker: Roland-Berger-Chef: "Wer führt, muss Profil zeigen"

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Burkhard Schwenker, Chef von Roland Berger

von Hans-Jürgen Klesse

Roland-Berger-Chef Burkhard Schwenker über Krise und Politik, deren Folgen für die Wirtschaft, das Beratungsgeschäft in Deutschland und die Rolle seines Aufsichtsratschefs.

WirtschaftsWoche: Herr Schwenker, wie geht es der Wirtschaft?

Schwenker: Ich glaube, wir sind insgesamt auf einem guten Weg. Die Regierung hat mit ihren Konjunkturprogrammen die richtigen Signale gesetzt, der Abschwung ist offenbar überwunden. Wir waren unter den Ersten, die eine rasche Erholung vorhergesagt haben: Für 2010 erwarte ich ein deutliches Konjunkturwachstum – nicht so hoch wie vor der Krise und nicht alle Branchen werden gleichermaßen daran teilhaben, aber doch die meisten.

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Auch Ihre Branche?

Die Konjunkturerholung ist auch gut für uns, ich gehe davon aus, dass sich der Beratungsmarkt in den kommenden Monaten belebt. 2009 war das Geschäft sehr schwierig: Viele große Budgets wurden zusammengestrichen oder eingefroren, das Beratungsvolumen insgesamt ging um rund 15 Prozent zurück. Gemessen daran haben wir uns gut geschlagen, denn wir haben in Deutschland das hohe Niveau halten und damit unseren Marktanteil ausbauen können.

Dann ist Roland Berger ein Krisengewinner?

Nein, aber unsere Expertise in der Restrukturierung – Hauptthema des vergangenen Jahres – hat uns geholfen, das Geschäft stabil zu halten. Was sich ebenfalls positiv für uns ausgewirkt hat: Im Unterschied zu früheren Rezessionen ging es unseren Kunden nicht nur um Kostensenkung und Effizienzsteigerung, sondern gleichzeitig darum, Wachstumsstrategien für die Zeit nach der Krise zu entwickeln.

Welche Themen bestimmen den Beratermarkt?

Echte strategische Fragen erleben eine Renaissance: Wie sichere ich meine Position im internationalen Wettbewerb, welche Wachstumschancen bieten sich dort? Übernahmen und Fusionen werden ebenfalls wieder zum Thema, außerdem Marketing und Prozessoptimierung. Restrukturierung bleibt aber wichtig. Viele Unternehmen, etwa aus dem Maschinenbau oder der Autozulieferindustrie, leiden noch unter den Folgen der Krise. Einige haben Probleme, Investitionen oder neue Aufträge zu finanzieren...

...wegen der Kreditklemme. Haben die Banken versagt?

Die Kreditklemme ist für viele ein Problem, nach unseren Erkenntnissen sieht sich rund die Hälfte aller Unternehmen davon betroffen. Aber in Krisenzeiten steigt nun mal der Risikozuschlag, das ist normal. Allerdings gibt es Unterschiede: Konzerne können die Engpässe mithilfe von Anleihen überwinden, mittelständischen Unternehmen ist dieser Weg versperrt. Mit dem von der Regierung initiierten Mittelstandfonds und den zur Verfügung stehenden Sondermitteln der Förderbank KfW sollten sich die Schwierigkeiten lösen lassen.

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