Celesio: "Wir wollen DocMorris zur führenden Marke entwickeln"

Celesio: "Wir wollen DocMorris zur führenden Marke entwickeln"

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Fritz Oesterle, Vostandschef von Celesio

von Jürgen Salz und Henryk Hielscher

Der Chef des Pharmagroßhändlers Celesio, Fritz Oesterle, über Verkaufsgerüchte, die Zukunft der Apothekenkette DocMorris und seine Pläne für eine bessere Versorgung der Patienten

Herr Oesterle, haben Sie sich schon einen Business-Knigge für China besorgt?

Oesterle: Den habe ich schon lange, denn wir beobachten den chinesischen Markt schon seit Jahren sehr genau.

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Das trifft sich gut, denn möglicherweise bekommen Sie bald einen chinesischen Eigentümer. Das Unternehmen Shanghai Pharmaceuticals soll an einem Einstieg bei Celesio interessiert sein, wurde in den vergangenen Tagen spekuliert. Haben Sie bereits Kontakt zu den Chinesen?

Oesterle: Für diese Frage bin ich der falsche Adressat. Da sollten Sie – wenn überhaupt – bei unserem Mehrheitsaktionär Haniel anfragen.

Haniel gibt dazu keinen Kommentar ab. Also noch mal: Was würde der Einstieg von Shanghai Pharmaceuticals für Celesio bedeuten?

Oesterle: Es gibt für mich keinen Grund, darüber nachzudenken.

Klar scheint aber, dass Ihr Großaktionär Haniel, der 54,6 Prozent an Celesio hält, bereit ist, sich von Anteilen zu trennen. Ist der Duisburger Familienkonzern mit Ihrer Rendite unzufrieden?

Oesterle: Unsere Umsatzrendite für 2010 dürfte – bei einem Umsatz von rund 23 Milliarden Euro und einem operativen Ergebnis zwischen 670 und 690 Millionen Euro – bei etwa drei Prozent liegen. Das ist im Handel alles andere als schlecht.

Die Pharmabranche gilt in der öffentlichen Wahrnehmung doch als Goldgrube. Sind drei Prozent da nicht etwas mager?

Oesterle: Sie dürfen uns nicht mit Pharmaherstellern vergleichen. Celesio entwickelt keine Medikamente, sondern verkauft sie als Großhändler an Apotheken weiter oder vertreibt sie europaweit über rund 2300 eigene Apotheken und über den Versandhandel von DocMorris. Zwischen den Margen im Handel und in der Industrie gab und gibt es aber schon immer einen gewaltigen Unterschied. Allerdings stehen die Margen der gesamten Pharmabranche unter regulatorischem Druck.

Warum?

Oesterle: Die Gesundheitssysteme leiden zunehmend unter akuter Finanzierungsnot. Die Politik holt sich das fehlende Geld unter anderem von den Leistungserbringern, zum Beispiel vom Großhandel und den Apotheken. Für uns heißt das, dass wir in Zukunft noch stärker in Märkte und Geschäfte investieren, die nicht oder nicht so stark preis- und margenreguliert sind.

Bis dahin können noch Jahre vergehen. Zudem steigt der Spardruck in den Gesundheitssystemen, und die Euphorie um Ihre Apothekenmarke DocMorris ist verflogen.

Oesterle: Auf DocMorris zu setzen war und bleibt die richtige Entscheidung. Der Versandhandel wächst zweistellig. Die Zahl unserer stationären DocMorris-Partnerapotheken, in denen sie ganz normal ihre Arztrezepte einlösen können, liegt in Deutschland derzeit bei etwa 160...

...und stagniert seit einiger Zeit.

Oesterle: Wir haben anfangs sicher nicht alles richtig gemacht und vielleicht zu sehr auf die bloße Markenkraft gesetzt. Zu einer erfolgreichen Partnerschaft braucht es mehr. Wir müssen etwa ein vernünftiges Sortiment von Eigenprodukten aufbauen, etwa Schmerzmittel und Sonnenmilch, die wir unter der Marke DocMorris vertreiben. Darauf konzentrieren wir uns jetzt.

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