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Champions-League-Finale: Barcelona zeigt Manchester die Grenzen auf

von dpa und sid und Patrick Kleinmann Quelle: Handelsblatt Online

Wohl selten war ein Champions-League-Finale so einseitig wie der Vergleich zwischen dem FC Barcelona und Manchester United. Die Katalanen feierten Fußball, die Engländer hatten nichts zu entgegnen - mit einer Ausnahme.

Gesammelte Trauer: Nemanja Vidic, Wayne Rooney, Javier Hernandez und Ryan Giggs. Quelle: handelsblatt.com
Gesammelte Trauer: Nemanja Vidic, Wayne Rooney, Javier Hernandez und Ryan Giggs. Quelle: handelsblatt.com

Manchesters Trainer Sir Alex Ferguson wusste es natürlich wieder einmal als Erster: „Das ist wirklich das beste Finale, das möglich war. Es kann alles passieren, viele Tore könnten fallen, es könnte viel Aufregung geben und sehr guten Fußball. Es ist alles bereitet für einen großen Abend.“ Er sollte recht behalten, dass sein Team bei dem Fußball-Fest des FC Barcelona allerdings nur die Nebenrolle spielen, hatte der Schotte mit Sicherheit nicht vorgesehen.

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Die beiden Fan-Lager gaben ihren Mannschaften beim Einlaufen mit Choreographien die Spielidee mit auf den Weg. „We love Football“, stand quer über dem Block der Katalanen, Manchester sollte mit dem „Spirit of „68“, dem Geist des in Wembley errungenen ersten Europacup-Triumphes dagegenhalten. Die Mannschaft von Teammanager Alex Ferguson begann entsprechend engagiert. Wer erwartet hatte, dass United Barcas hypnotisches Passspiel mit einem Bollwerk in der Defensive begegnen würde, sah sich getäuscht.

Wie im Endspiel 2009 in Rom, das Barca 2:0 gewann, dominierte Manchester die ersten zehn Minuten. Schnell, aggressiv, typisch britisch - und dabei immer wieder einen Schritt eher am Ball als Lionel Messi und Co. Bezeichnend, dass sich Barcas Torwart Victor Valdes einmal nicht anders zu helfen wusste, als den Ball mangels Anspielstation ins Aus zu schießen. In der achten Minute verhinderte das beherzte Eingreifen des Keepers nach einem weiten Pass seines Gegenübers Edwin van der Sar auf Rooney den möglichen Rückstand.

Doch wie vor zwei Jahren in der ewigen Stadt kam auch in der Kathedrale des englischen Fußballs bald Barca stärker auf. Nach einer Hereingabe von Xavi, der Barcas Kapitänsbinde für den angeschlagen, auf der Bank sitzenden Carles Puyol trug, stocherte Pedro den Ball aus fünf Metern knapp vorbei, Rio Ferdinand hatte den Linksaußen ziehen lassen (16.). Wieder Xavi bereitete die nächste Chance mit einem Pass auf David Villa an den Strafraum vor, doch der Stürmer verfehlte ebenfalls das Tor (20.). Kurz darauf scheiterte Villa an van der Sar, der das letzte Spiel seiner Karriere bestritt.

Doch beim 1:0 für Barcelona war auch der 40 Jahre alte Klassekeeper ohne Chance: Ein wunderschöner, von Xavi mit dem Außenrist gestreichelter Pass fand Pedro, der schneller am Ball war als United-Kapitän Nemanja Vidic und eiskalt vollstreckte. Doch Manchester sammelte sich bald wieder. Nach einem Doppelpass mit Ryan Giggs erzielte Rooney aus rund zehn Metern mit dem ersten Torschuss das 1:1. Giggs stand bei Rooneys Pass aber leicht im Abseits.

In seinem letzten Spiel hielt Manchesters Torwart Edwin van der Sar die Engländer nach der Pause zunächst fast im Alleingang im Rennen und rettete in höchster Not gegen Dani Alves (52.). Kurz darauf hatte der Niederländer bei Messis Traumtor aber erneut das Nachsehen: Der Weltfußballer nahm kurz vor der Strafraumgrenze Tempo auf und traf mit einem trockenen Linksschuss ins rechte Eck. Für den 23 Jahre alten Weltfußballer war es der zwölfte Treffer im laufenden Wettbewerb.

Damit stellte er die Bestmarke der United-Legende Ruud van Nistelrooy aus der Saison 2002/03 ein. In der Schlussphase drehte der unwiderstehliche Messi weiter auf, stellte im Zusammenspiel mit den kongenialen Xavi und Iniesta Manchesters Abwehr um die Hünen Nemanja Vidic und Rio Ferdinand ein ums andere Mal vor unlösbare Probleme. Das 3:1 durch David Villa war die logische Konsequenz. Messi dribbelte sich im Strafraum Uniteds fest, doch der Ball gelangte zu Sergio Busquets, der auf Villa zurücklegte. Villa hatte 18 Meter vor dem Tor sogar noch Zeit, sich den Ball selbst vorzulegen - und schlenzte ihn in die rechte obere Torecke.

Van der Sar hatten es die Engländer in der Folge zu verdanken, dass der Traum vom Titel nicht in einem völligen Albtraum endete. Ein böses Erwachen, dass selbst Sir Alex Ferguson nicht hatte vorhersehen können.

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