Chemie: BASF kürzt nach Quartalsverlust 1500 Stellen

Chemie: BASF kürzt nach Quartalsverlust 1500 Stellen

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Logos der BASF in Ludwigshafen: Der Chemiekonzern spürt den Wirtschaftseinbruch deutlich

Überall das gleiche Bild: Wegen des weltweiten Konjunkturabschwungs rutscht nun auch der Chemiekonzern BASF in die roten Zahlen. BASF baut 1500 Arbeitsplätze ab - und spricht von einem "Jahr voller Herausforderungen".

Wie viele seiner Konkurrenten ist auch der Chemiekonzern BASF in den Sog des weltweiten Konjunkturabschwungs geraten. Im Schlussquartal brachen beim Branchenprimus vor allem wegen des drastischen Nachfragerückgangs in der Automobil- und Bauindustrie die Ergebnisse regelrecht ein.

Unter dem Strich schrieb das im Dax notierte Unternehmen  im letzten Jahresviertel sogar einen Verlust von 313 Millionen Euro nach einem Gewinn von 793 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Zuletzt hatten die Ludwigshafener einen Fehlbetrag im vierten Quartal 2001 ausgewiesen. Die Aktie war im frühen Handel mit über 4 Prozent Plus zweitbester Dax-Wert.

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Analysten bewerteten die Bilanz in ersten Reaktionen gemischt, die stabile Dividende sahen sie aber positiv. Auch für das laufende Jahr ist keine Besserung in Sicht. „2009 wird ein Jahr voller Herausforderungen werden, wie wir sie noch nicht erlebt haben.“, sagte Unternehmenschef Jürgen Hambrecht. Die Lage auf den Absatzmärkten der BASF verschärfe sich, eine Trendwende sei derzeit nicht in Sicht.

BASF will 1500 Arbeitsplätze abbauen

BASF kündigte deshalb den Abbau von weltweit mindestens 1.500 von derzeit knapp 97.000 Arbeitsplätzen an. Sparprogramme sollen beschleunigt umgesetzt werden. Weniger profitable Anlagen und sogar ganze Standorte sollen geschlossen werden. Betroffen seien Standorte aus dem Bereich Lacke und Beschichtungen in den USA, Europa und Asien sowie Anlagen zur Herstellung von Kunststoffvorprodukten in Asien.

Trotz der Einbeziehung der Übernahmen von Ciba und Revus Energy erwartet der Branchenprimus für 2009 einen Umsatzrückgang. Von einem noch deutlicheren Rückgang gehen dieLudwigshafener beim Betriebsergebnis aus.

Dividende bleibt trotz Ergebniseinbruchs auf Vorjahresniveau

Im vergangenen Jahr setzten die Ludwigshafener mit 62,304 Milliarden Euro 7,5 Prozent mehr um. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern (EBIT) und Sondereinflüssen ging jedoch um zehn Prozent auf 6,856 Milliarden Euro zurück. Analysten hatten im Schnitt mit einem bereinigten EBIT von 6,921 Milliarden Euro gerechnet. Unter dem Strich fiel der Überschuss auf 2,912 Milliarden Euro, ein Minus von 28,4 Prozent zum Vorjahr. Dennoch will BASF eine Dividende für 2008 von 1,95 Euro je Aktie ausschütten und bleibt damit auf Vorjahreshöhe.

Der Wirtschaftseinbruch traf besonders die Industriesparten von BASF. Nur im Öl- und Gasgeschäft konnte der Chemieriese im vierten Quartal beim bereinigten Betriebsgewinn zulegen: Hier verzeichnete der Konzern ein Plus von 19,2 Prozent auf 964 Millionen Euro. Im Kunststoffgeschäft ergab sich im vierten Quartal vor Sondereinflüssen ein Betriebsverlust von 304 Millionen Euro. Auch die Sparte Functional Solutions, zu der etwa das Katalysatoren-Geschäft und die Bauchemikalien gehören, wies vor Sondereinflüssen einen Betriebsverlust von 103 Millionen Euro aus. Die Bauwirtschaft und die Automobilindustrie gehören zu den am stärksten von der Konjunkturkrise getroffenen Abnehmerbranchen. In der Chemikaliensparte brach der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen binnen Jahresfrist um 59,5 Prozent auf 123 Millionen Euro ein, im Bereich Performance Products um 30,9 Prozent auf 103 Millionen Euro. Im Agrochemiegeschäft Agricultural Solutions sank der bereinigte Betriebsgewinn um 10,2 Prozent auf 53 Millionen Euro.

Den Markt hatte BASF bereits auf ein außergewöhnliches schlechtes Quartal eingestimmt. So kappte BASF im letzten Jahresviertel die Prognose für 2008 zweimal und senkte die Produktion drastisch. Im Januar kündigte das Unternehmen zudem Kurzarbeit an. So hatte BASF bereits angekündigt, weltweit 80 Anlagen vorübergehend stillzulegen und die Produktion in weiteren 100 Anlagen zu drosseln

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