Chemie: BASF: Trotz schwacher Zahlen ein sinnvoller Kauf

KommentarChemie: BASF: Trotz schwacher Zahlen ein sinnvoller Kauf

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BASF-Chef-Jürgen Hambrecht (l.) mit Ciba-Chef Armin Meyer

Besonders attraktiv wirkt der Schweizer Chemiekonzern Ciba nicht. Dennoch kann sich die Übernahme für die BASF lohnen.

Vergangenen Freitag sprach BASF-Chef Jürgen Hambrecht im "Handelsblatt" noch vom zunehmenden Konsolidierungsdruck in der Branche: "Es wird weniger Chemieunternehmen geben": Hambrecht selbst sorgte dann dafür, dass seine Ankündigung wahr wird: Heute gab der BASF-Chef bekannt, den Schweizer Konkurrenten Ciba für 3,8 Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Viel Freude bereitete er den BASF-Aktionären damit nicht: Die Aktie fiel - in einem schwachen Marktumfeld - um vier Prozent. Das Ciba-Papier dagegen schoss um über dreißig Prozent in die Höhe.

Tatsächlich wirkt Ciba (Umsatz 2007: vier Milliarden Euro) nicht besonders attraktiv: Die Schweizer haben sich in den vergangenen Jahren bei Zukäufen kräftig verhoben. Anfang des Jahres erfüllte das Unternehmen die Gewinnerwartungen nicht; Mitte August reduzierte Ciba den Wert seiner Papierchemie-Sparte um 370 Millionen Euro.

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Der Charme der Übernahme erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Hambrecht geht es darum, sein Unternehmen gegen heftige konjunkturelle Nachfrage- und Margenschwankungen abzusichern. Dazu setzt er - statt auf industrielle Großproduktionen - auf kleine, feine Anwendungen in gefragten Märkten. Deswegen hat die BASF vor Jahren bereits den US-Katalysatorenhersteller Engelhard und die Bauchemie von der Degussa übernommen. Auch die Übernahme von Ciba passt in diese Strategie. Und trotz der schwachen wirtschaftlichen Performance haben die Schweizer technologisch einiges zu bieten. Ciba hält etwa mehr weltweite Patente als die meisten Konkurrenten in vergleichbarer Größenordnung.

Zusammen mit Ciba will BASF nun seine Marktpositionen verbessern - etwa bei Lichtschutzmitteln für Kunststoffe oder bei Papierchemikalien, die Reißfestigkeit und Druckqualität erhöhen. In den Geschäftsbereichen Kunststoffadditive und Papierchemie will BASF, derzeit die Nummer vier der Welt, gemeinsam mit Ciba auf Rang eins vorrücken; bei Lackpigmenten ist Platz zwei im Visier. Die Ziele erscheinen realistisch - zumal sich beide Unternehmen lange und gut kennen. Zusammen wollen BASF und Ciba auch in der Biotechnologie und der Nanotechnologie forschen.

Es liegt aber noch reichlich Arbeit vor beiden Unternehmen. Zu Arbeitsplatzabbau und Synergieeffekten ließen sich Hambrecht und Ciba-Verwaltungsratschef Armin Meyer auch heute morgen nichts Konkretes entlocken. Hambrecht dämpfte denn auch überhöhte Erwartungen. Der Zusammenschluss sei beileibe nicht so einfach wie "Licht anknipsen".

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