Chemie: Der lange Abschied der Finanzinvestoren von Cognis

Chemie: Der lange Abschied der Finanzinvestoren von Cognis

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Firmensitz von Cognis in Monheim bei Düsseldorf

von Jürgen Salz

Wenn es am schönsten ist, sollte man gehen. Der Chemiekonzern Cognis aus Monheim bei Düsseldorf erfreut sich an hohen Wachstumsraten. Nach fast zehn Jahren wollen sich die Finanzinvestoren Permira und Goldman Sachs von dem Unternehmen trennen. Die BASF hat schon ein Angebot vorgelegt.

Absatzvolumen, Umsatz, Gewinn – im ersten Quartal weisen für Cognis alle Kennzahlen nach oben. Erste Eckdaten hatte das Unternehmen bereits Ende April publiziert; heute legte Cognis mit Details zu den  Quartalszahlen noch einmal nach. Vorstandschef Antonio Trius gibt sich vorsichtig optimistisch und spricht von einem weltweiten Anstieg der Nachfrage. Wenn es am schönsten ist, sollte man gehen – die Eigentümer Goldman Sachs und Permira wollen sich endlich von dem Unternehmen trennen.

Fast zehn Jahre gehört ihnen nun schon der Chemie-Hersteller aus Monheim am Rhein – für Finanzinvestoren, die ihre Beteiligungen meist etwa fünf Jahre lang halten, um sie dann gewinnbringend weiter zu veräußern, eine ungewöhnlich lange Zeit. 2001 hatten Permira und Goldman Sachs das damalige Chemiegeschäft des Henkel-Konzern übernommen. Schon vor einigen Jahren wollten sie sich von Cognis trennen, fanden aber keinen Käufer, der ihren Preisvorstellungen entgegenkam.

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BASF in Favoritenrolle

Jetzt aber soll es bald soweit sein. Als Favorit für eine Übernahme gilt immer noch die BASF. Der Aufsichtsrat des weltweit führenden Chemieunternehmens aus Ludwigshafen hat einem Kauf angeblich bereits zugestimmt, die Cognis-Eigentümer sollen über der BASF-Offerte grübeln. 3,5 Milliarden Euro schwebt den Eigentümern als Kaufpreis vor. Cognis, das Inhaltsstoffe etwa für die Nahrungs- und die Kosmetikindustrie produziert, erreichte 2009 einen Jahresumsatz von 2,6 Milliarden Euro.

Doch die Verhandlungen um die Zukunft von Cognis ziehen sich länger hin als gedacht. Inzwischen ist zu hören, dass auch amerikanische Unternehmen mitbieten. Bereits früher wurden mittelgroße US-Unternehmen wie Lubrizol und Croda als Interessenten genannt. Die amerikanischen Hersteller dürften angesichts des Verfalls des Euro noch einmal neu rechnen. Auch ein Börsengang von Cognis scheint noch nicht ganz vom Tisch zu sein.

Für BASF-Chef Jürgen Hambrecht erscheint  eine Übernahme von Cognis sinnvoll, weil er das Unternehmen damit unabhängiger von Massenchemikalien und Kunststoffen macht. Aus Sicht von Cognis spricht für BASF, dass der Ludwigshafener Konzern über die tiefsten Taschen verfügt. Eine Entscheidung könnte bald fallen.

Für die Finanzinvestoren hat sich die Übernahme von Cognis auf jeden Fall gelohnt: Die Eigentümer ließen sich schon früher großzügige Dividenden auszahlen. Und den damaligen Kaufpreis von 2,5 Milliarden Euro dürften sie auf jeden Fall wieder hereinholen. 

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