Chemie: Gewinnwarnung: Wirtschaftskrise trifft BASF

Chemie: Gewinnwarnung: Wirtschaftskrise trifft BASF

Bild vergrößern

BASF-Chef Jürgen Hambrecht

Nach den Banken, der Autoindustrie und den Stahlkochern trifft die Wirtschaftskrise jetzt auch die Chemieindustrie: BASF kassierte seine Gewinnziele. Der weltweit größte Konzern der Branche muss seine Produktion drosseln.

BASF schraubte heute bereits zum zweiten mal innerhalb von drei Wochen sein Gewinnziel herunter. „Die BASF richtet sich auf harte Zeiten ein“, räumte Konzernchef Jürgen Hambrecht ein. Um gegenzusteuern kündigte er an, rund 80 Anlagen weltweit vorübergehend stillzulegen und die Produktion in gut 100 Anlagen zurückzufahren. Geplante Wartungsarbeiten sollen vorgezogen werden. Wenn die Nachfrageschwäche länger anhalte und alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft seien, könne an einzelnen Standorten aber auch Kurzarbeit nicht ausgeschlossen werden. Weltweit seien 20.000 Beschäftigte von den Schritten betroffen.

An der Börse schockierte die erneute Gewinnwarnung die Anleger: Die BASF-Aktie brach um mehr als 18 Prozent ein und war damit größter Verlierer im Dax. Seit Ende Oktober habe sich die Nachfrage in wichtigen Märkten nochmals deutlich verschlechtert, erklärte der Konzern die neuerliche Korrektur seiner Planung. „Besonders Kunden aus der Automobilindustrie haben bereits erteilte Aufträge kurzfristig storniert“, betonte Hambrecht. Daher werde es BASF nicht schaffen, im Gesamtjahr 2008 vor Sondereinflüssen - wie Restrukturierungen - den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) des Vorjahres zu erreichen.

Anzeige

Chemie: Barometer für die Konjunktur

Hambrecht hatte erst Ende Oktober das Ergebnisziel nach unten gesetzt und angekündigt, es bedürfe erheblicher Anstrengungen um das Vorjahresergebnis zu erreichen. Ursprünglich hatte BASF eine leichte Steigerung in Aussicht gestellt. Eine konkrete Prognose für 2009 wagte die BASF-Führung nicht. „Die Entwicklung im nächsten Jahr ist schwer einschätzbar“, erklärte der BASF-Chef.

Chemiefirmen spiegeln in ihren Geschäften wie kein anderer Industriezweig Konjunkturschwankungen wider, da sie sämtliche Branchen mit ihren Produkten beliefern. Auch die US-Konzerne DuPont und Celanese sowie das niederländische Chemieunternehmen DSM hatten wegen der deutlichen Konjunkturabkühlung ihren Geschäftsausblick für 2008 revidiert.

BASF kündigte an, jetzt noch stärker auf Kosten achten zu wollen. Die Produktion soll vor allem in Betrieben heruntergefahren werden, die für die Automobilindustrie, den Bau und die Textilbranche produzieren. Größtenteils seien die Schritte bereits eingeleitet worden.

Gemäß einer Betriebsvereinbarung sollen die Kürzungen im Stammwerk Ludwigshafen über Arbeitszeitinstrumente und Urlaub erfolgen. 5000 Beschäftigte seien hier betroffen. Generell gelte aber für die weltweiten Maßnahmen: Sollten die Möglichkeiten flexibler Arbeitszeitgestaltung ausgereizt sein, sei an einzelnen Standorten Kurzarbeit nicht auszuschließen. BASF hat derzeit fast 100.000 Beschäfte.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%