Chemie- und Pharmakonzern: Bei Merck herrscht Flaute im Labor

Chemie- und Pharmakonzern: Bei Merck herrscht Flaute im Labor

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Karl-Ludwig Kley

von Jürgen Salz

Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck fällt durch eine Reihe von Medikamenten-Flops auf.

 Merck-Chef Karl-Ludwig Kley konnte heute wieder über steigende Umsätze und Gewinne berichten, als er die Neun-Monats-Zahlen für das Geschäftsjahr 2010 vorstellte: Der Umsatz hat im dritten Quartal um 25 Prozent, der operative Gewinn um 64 Prozent zugelegt (Details zu den Zahlen hier). Im Frühjahr verstärkte sich der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern zudem durch die Übernahme des US-Laborausrüsters Millipore. Alles in Ordnung also? Wohl kaum! Denn im Pharmageschäft, das über die Hälfte zum Konzernumsatz beiträgt, häufen sich schlechte Nachrichten. Seit mehr als einem Jahrzehnt haben die Merck-Forscher kein relevantes Medikament mehr auf den Weg gebracht.

Ihre großen Arznei-Erfolge kauften sie zu: Das Präparat Rebif gegen multiple Sklerose (MS) stammt vom Schweizer Konzern Serono, der seit vier Jahren zu Merck gehört. Das Darmkrebs-Präparat Erbitux erwarben die Darmstädter vom US-Biotechunternehmen Imclone. Mit dem Plan, die Anwendung von Erbitux auf Lungenkrebs auszuweiten, scheiterte Merck jüngst am Widerstand der europäischen Zulassungsbehörde EMA. Der Nutzen erschien den Prüfern zu gering. Ende September dann der nächste Rückschlag: Die EMA entschied dagegen, die MS-Tablette Cladribin auf den Markt zu bringen.

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Einige der Testpatienten sollen an Krebs erkrankt sein. Merck-Pharmachef Elmar Schnee sagte Ende September, dass die Behörden tendenziell strenger und risikoscheuer agieren. Die Medikamenten-Entwicklung bei Merck läuft derzeit gründlich schief. Konzernchef Kley will gegensteuern, indem er die Effizienz erhöht. So hat er etwa die Zahl der Forschungsgebiete reduziert, damit sich die Entwickler nicht verzetteln.

Bis die Maßnahmen greifen, vergehen aber noch Jahre. In der Zwischenzeit müssen die zugekauften Präparate für den Aufschwung sorgen. Und das Chemiegeschäft – insbesondere Flüssigkristalle, die in Flachbildschirmen Verwendung finden. Davon erhofft sich Kley auch künftig ein gutes Geschäft.

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