Chemiekonzern: BASF-Chef Hambrecht: "Erwarte mehr Respekt vor der Leistung der Chinesen seit 1989"

Chemiekonzern: BASF-Chef Hambrecht: "Erwarte mehr Respekt vor der Leistung der Chinesen seit 1989"

Bild vergrößern

Jürgen Hambrecht, Vorstandsvorsitzender der BASF

Der BASF-Vorstandsvorsitzende Jürgen Hambrecht kritisiert die aktuelle Debatte um Menschenrechtsverletzungen in China. In einem Interview mit der WirtschaftsWoche fordert Hambrecht mehr „Respekt vor der Leistung und der marktwirtschaftlichen Öffnung der Chinesen seit 1989“.

Der öffentlichen Kritik an der chinesischen Führung, die Menschenrechte zu missachten, hält der Chef des weltgrößten Chemiekonzerns entgegen: „China ist sehr bemüht Schritt für Schritt in die richtige Richtung zu gehen. Und auch über Menschenrechte wird in China diskutiert – als eines von vielen Themen, die zu bewältigen sind.“

Gleichzeitig kündete Hambrecht in der WirtschaftsWoche an, das Asiengeschäft weiter zu forcieren: „Wir wollen 2010 20 Prozent unseres Chemieumsatzes in Asien machen. Da sind wir schon nahe dran. 1995 waren wir erst bei zehn Prozent“.

Anzeige

Auch die Haltung der EU-Kommission zur grünen Gentechnik – aktuell wartet BASF seit über neun Monaten auf die Zulassung einer genveränderten Kartoffel, die Stärke für die Papierindustrie liefern soll – kritisiert Hambrecht in der „WirtschaftsWoche“ mit der Andeutung, den Bereich Pflanzenbiotechnologie gegebenenfalls ins Ausland zu verlagern: „Wenn man will, kann man Prüfverfahren endlos lange fortsetzen. Vom Transrapid bis zur grünen Gentechnik: Wir haben ein Problem mit dieser Vollkasko-Einstellung.“ Zwar gebe es „keine konkreten Pläne für eine Abwanderung“ der Pflanzenbiotechnologie-Aktivitäten. Aber, so Hambrecht weiter, „wir haben hohe Forschungsinvestitionen von 800, 900 Millionen Euro getätigt, die zu neuen, sinnvollen Produkten führen sollen und müssen“.

Von der Finanzkrise ist BASF laut Hambrecht vor allem in Nordamerika betroffen: „Wir spüren die Auswirkungen vor allem in Nordamerika, in der Automobil-, Bau- und Möbelindustrie. Also dort, wo es um größere Anschaffungen geht.“ Beim Öl rechnet der BASF-Chef „in diesem Jahr mit einem durchschnittlichen Preis von 90 Dollar je Barrel“. Dazu werde im Jahresdurchschnitt mit einem Dollar-Kurs von 1,50 Euro kalkuliert. Hambrecht: „Der Ölpreis ist derzeit spekulativ sehr überhöht. Es wird zu viel Öl produziert. Wenn die Weltwirtschaft nachlässt und die Wachstumsraten geringer ausfallen, wird das dazu führen, dass der Ölpreis zurückgeht.“

Für die gesamte Branche erwartet Hambrecht weltweit ein „Wachstum um 2,8 Prozent, was einer leichten Abschwächung gegenüber 2007 entspricht“. Damit wachse die Chemiebranche in etwa so stark wie die Weltwirtschaft.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%