Chemiekonzerne: In der Chemiebranche stimmt die Chemie wieder

Chemiekonzerne: In der Chemiebranche stimmt die Chemie wieder

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Eine BASF-Mitarbeiterin prüft die Farbsättigung einer Betacarotin-Lösung: Die Chemiebranche wächst wieder zweistellig.

von Jürgen Salz

Die Chemiebranche wächst wieder zweistellig. Die aktuellen Zahlen von BASF, Bayer und Merck machen weiter Hoffnung. Neue Jobs sind aber nicht in Sicht.

Die Kapazitäten sind schon wieder gut ausgelastet. Die Anlagen, die während der ärgsten Krisenmonate abgeschaltet waren, laufen wieder. Im ersten Halbjahr 2010 sind Produktion und Umsatz der deutschen Chemiebranche gegenüber dem Vorjahr  zweistellig gewachsen – um 13 beziehungsweise 16 Prozent. Die Lagervorräte scheinen weitgehend abgebaut zu sein, nun kaufen die Kunden wieder verstärkt ein. Ulrich Lehner, der frühere Henkel-Chef und aktuell Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), ist optimistisch: „Wir haben gegenüber dem Tiefpunkt der Rezession weiter Boden gut gemacht und sind zuversichtlich, dass es auch in den kommenden Monaten bergauf geht.“ Immerhin gilt die Chemiebranche als Frühindikator für die gesamte Wirtschaft

In das positive Bild passen auch die aktuellen Zahlen von BASF, Bayer und Merck, die allesamt am heutigen Tag – als hätten sie sich abgesprochen -  ihre Quartalsberichte vorgelegt haben. BASF meldet für das erste Halbjahr 2010 eine Steigerung des Gewinn vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen um 96 Prozent gegenüber Vorjahr, der Umsatz kletterte um 28 Prozent. Merck profitiert in seinem wachsenden Chemiegeschäft vor allem vom Erfolg seiner  Flüssigkristalle, die etwa in Flachbildfernsehern eingesetzt werden. Bei Bayer schließlich läuft es derzeit nur in der Chemie richtig rund. Die anderen Geschäftsbereiche Gesundheit und Pflanzenschutz schwächeln derzeit eher. Insgesamt musste Bayer für das zweite Quartal sogar einen leichten Gewinnrückgang gegenüber Vorjahr ausweisen;  positive Vorzeichen gab es nur in der Chemie.  Im ersten Halbjahr erreichte die Chemie-Sparte Bayer Material Science einen Gewinn (vor Zinsen und Steuern) von 372 Millionen Euro; für die ersten sechs Monate 2009 hatte noch ein negatives Ergebnis von minus 365 Millionen Euro zu Buche gestanden. .

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BASF und Merck fühlen sich schon so stark, dass sie bereits wieder größere Übernahmen wagten: Vor wenigen Wochen übernahm die BASF den Chemie-Spezialisten Cognis aus Monheim bei Düsseldorf. – zum Wert von 3,1 Milliarden Euro. Anfang März kaufte Merck für 5,3 Milliarden Euro den amerikanischen Biotech- und Pharmazulieferer Millipore.

Aufschwung verlangsamt Jobabbau lediglich

Von Personalaufbau in Deutschland sprach allerdings keiner der Chemie-Chefs, die heute ihre Zahlen vorlegten. Bislang hat die gute Entwicklung der Branche den Mitarbeiterabbau lediglich verlangsamt. Im ersten Halbjahr 2010 waren in den über 1600 deutschen Chemieunternehmen 414 000 Arbeitnehmer  beschäftigt – 1,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. 2009 hatte das Minus noch bei drei Prozent gelegen. Neue Mitarbeiter werden derzeit eher in Asien eingestellt.

Allzu viel Hoffnung will VCI-Präsident Lehner denn auch nicht aufkommen lassen: Noch sei das Vorkrisenniveau nicht wieder erreicht. Die meisten Experten rechnen damit erst in drei bis vier Jahren.

Schon wendet sich die Branche auch gegen höhere Energiesteuern, wie sie das Bundesfinanzministerium vorgeschlagen hat. Das würde in den nächsten zwei Jahren 300 Millionen Euro kosten, hat der Branchenverband VCI ausgerechnet. „Der Plan ist eine Steuererhöhung und damit Gift für den Aufschwung. Der Konjunkturmotor beginnt gerade wieder zu laufen, da tritt Berlin auf die Bremse“, klagt Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann.

Mit den Problemen von morgen müssen sich dann bei BASF und Bayer dann neue Top-Manager herumschlagen. In beiden Konzernen stehen Chefwechsel bevor: Im Mai nächsten Jahres übernimmt bei der BASF Finanzvorstand Kurt Bock die Leitung von Jürgen Hambrecht. Bayer wechselt bereits im Herbst: Vorstandschef Werner Wenning verabschiedet sich, ab dem 1. Oktober wird der Niederländer Marijn Dekkers das Unternehmen führen.    

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