Chip-Industrie: Qimonda: US-Konzern Micron hat Übernahmeoption

Chip-Industrie: Qimonda: US-Konzern Micron hat Übernahmeoption

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Infineon-Chef Peter Bauer

Wie der Chef des Chipkonzerns Infineon, Peter Bauer, versucht, die angeschlagene Tochter Qimonda loszuwerden.

Betriebsräte der angeschlagenen Infineon-Tochter Qimonda schlagen Alarm. „Das Ausmaß der Probleme bedroht die Existenz des Unternehmens“, warnen sie in einem Brandbrief. Infineon-Chef Bauer gibt sich dagegen optimistisch. Zwar versucht er seit Monaten händeringend, den 77,5-Prozent-Anteil zu verkaufen, den Infineon an Qimonda hält. Aber vor wenigen Tagen versicherte er noch: „Wir glauben, wir haben gute Chancen, die Verhandlungen abzuschließen.“ Bauer hofft auf den US-Chiphersteller Micron. Mitte Oktober erwarben die Amerikaner für 400 Millionen Dollar in bar die 35,6-Prozent-Beteiligung, die Qimonda am taiwanischen Chipunternehmen Inotera Memories besaß. Wie die WirtschaftsWoche erfuhr, soll der Vertrag mit Micron auch eine Übernahmeoption auf Infineons Anteile an Qimonda enthalten.

Doch zunächst wickelt Micron den Erwerb der Qimonda-Beteiligung an Inotera ab. Der erfolgt in zwei Stufen: Nach der Vertragsunterzeichnung erhält Qimonda 200 Millionen Dollar in bar, die restlichen 200 Millionen sind in der zweiten Novemberhälfte fällig. Dadurch, so Beteiligte, bekomme Qimonda eine dringend notwendige Liquiditätsspritze, um Restrukturierungen durchzuziehen. Micron wiederum erhalte im Gegenzug von Infineon die Option, zu einem späteren Zeitpunkt die abgespeckten Reste von Qimonda zu übernehmen. Die Kosten für die Inotera-Anteile würden Micron von Infineon beim Kauf der Qimonda-Anteile angerechnet. „Für diese Struktur des Deals spricht einiges“, so ein Aufsichtsratsmitglied von Infineon.

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Auffällig: Zeitgleich mit dem Verkauf seiner Inotera-Anteile hat Qimonda eine weitreichende Restrukturierung inklusive Personalabbau begonnen. So will das Unternehmen 3000 seiner weltweit 13.000 Stellen streichen. Allein in Dresden sollen rund 1000 der 3000 Jobs dort wegfallen.

Zöge Micron nach Abschluss des Umbaus die Kaufoption, hätten die Amerikanern Zugriff auf die Qimonda-Werke in Dresden und Richmond/Virginia. Von denen bräuchte Micron Insidern zufolge bestenfalls die Fabrik in Dresden. Dort läuft allerdings in drei Jahren die Bestandsfrist ab, die das Unternehmen eingegangen ist, als es staatliche Förderung erhielt. „Danach stünde Dresden wohl zur Disposition“, so ein Insider. Die Amerikaner könnten jedoch auch warten, ob der Konkurrent in die Insolvenz rutscht. „Dann könnte Micron Dinge, aus der Insolvenzmasse von Qimonda herauskaufen“, heißt es in Branchenkreisen. „Daher sind die Amerikaner in einer guten Verhandlungsposition.“

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