Chiphersteller: Auch Chinesen wollen Qimonda nicht

Chiphersteller: Auch Chinesen wollen Qimonda nicht

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Firmenlogo von Qimonda

Für den insolventen Qimonda sieht es düster aus: Auch die als letzte Rettung gehandelten Chinesen wollen den Chiphersteller nicht übernehmen. Nun bleibt nur noch ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Mit dem Absprung chinesischer Investoren schwinden die Chancen auf eine Rettung des insolventen Chipherstellers Qimonda. Die Regionalregierung von Shandong, die mit den IT-Firmen Inspur und Shandong Sinochip Semicon als Hoffnungsträger für die Infineon-Tochter galt, machte in einem Brief an Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk deutlich, an einer vollständigen Übernahme derzeit nicht interessiert zu sein. Das teilte Jurks Ministerium am Dienstag mit.

Für die Chinesen komme allenfalls noch eine technische Kooperation infrage. Grund für die Absage sei die globale Wirtschaftskrise, in deren Folge die Nachfrage nach Mikroelektronik stark zurückgegangen ist.

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Kein Signal von russischen Interessenten

Jurk gab sich gleichwohl entschlossen zu weiteren Gesprächen. „Das Schreiben aus Shandong ist ein Fünkchen Hoffnung, das wir am Glimmen halten wollen“, erklärte der Minister. Er wolle nun mit dem chinesischen Botschafter in Berlin sondieren, wie realistisch die Chance für eine Zusammenarbeit der Unternehmen sei.

Ein Sprecher von Insolvenzverwalter Michael Jaffe sagte: „Unsere Bemühungen, eine Lösung für Qimonda in Gänze oder in Teilen zu finden, gehen weiter.“ Allerdings liege derzeit kein Angebot für das Unternehmen als Ganzes vor.

Demnach haben sich auch die von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich um Hilfe gebetene russische Regierung und dortige Investoren nicht gemeldet. Damit rücken eine Zerschlagung und Verwertung des Speicherchipherstellers immer näher.

Interesse an Qimondas Patenten

Aus Gläubigerkreisen hieß es, mit fortschreitender Zeit verringerten sich zunehmend die Chancen für eine Gesamtrettung von Qimonda. Es gebe bereits zahlreiche Gespräche mit Interessenten, die vor allem die Patente des Speicherchipherstellers attraktiv finden.

Vonseiten der Gläubiger gebe es keinen Zeitdruck. Über Qimonda war am 1. April das Insolvenzverfahren eröffnet worden, nachdem der Konzern wegen der Verluste infolge eines massiven Preisverfalls für Speicherchips zahlungsunfähig geworden war. Jaffe hatte die chinesischen Interessenten aufgefordert, sich bis Ende Mai auf ein Angebot festzulegen oder abzuwinken.

Ursprünglich hatte das Unternehmen weltweit rund 12 000 Beschäftigte, davon 4600 in Deutschland - in Dresden und München. Rund 2450 Mitarbeiter der beiden Standorte wechselten in Transfergesellschaften - davon etwa 1900 aus Dresden. Eine Restmannschaft kümmert sich um den Stand-by-Betrieb, damit die Produktion sofort wieder hochgefahren werden kann.

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