Chiphersteller: Chinesischer Halbleiterhersteller CSMC hat Interesse an Qimonda

Chiphersteller: Chinesischer Halbleiterhersteller CSMC hat Interesse an Qimonda

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Firmenlogo von Qimonda

Für den insolventen Speicherchip-Hersteller Qimonda ist ein chinesischer Investor in Sicht. Der chinesische Halbleiterhersteller CSMC verhandelt bereits seit längerem mit der Infineon-Tochter.

Der chinesische Halbleiterhersteller CSMC hat offenbar Interesse an dem insolventen deutschen Speicherchip-Produzenten Qimonda. „Die verhandlen schon seit einigen Monaten miteinander“, sagte ein Brancheninsider am Montag gegenüber der WirtschaftsWoche. CSMC wollte zu den Verhandlungen nicht Stellung nehmen. „Zu diesem Zeitpunkt kommentieren wir den Vorgang nicht“, sagte ein CSMC-Sprecher gegenüber der WirtschaftsWoche am Montag.

Ende vergangener Woche waren Mitarbeiter von Insolvenzverwalter Michael Jaffe sowie ein Qimonda-Team nach Hongkong geflogen, unter anderem, um mit möglichen Investoren zu sprechen. „Die Insolvenz macht das Unternehmen für einen Käufer nun natürlich interessanter“, sagt der Brancheninsider, „weil die Schulden wegfallen und das Werk in den USA nicht mit übernommen werden muss.“ In der vergangenen Woche hatte Qimonda die Schließung des veralteten Werkes in Amerika verkündet, um Geld für die verbliebenen Standorte in Deutschland und Portugal freizuschaufeln.

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CSMC hat ein gutes finanzielles Polster

CSMC wurde 1997 gegründet und hat seinen Firmensitz in der Stadt Wuxi in der Nähe von Shanghai. Das Unternehmen unterhält in Wuxi vier Fabriken für die Herstellung von Speicherchips und beschäftigt rund 3000 Mitarbeiter. Jede der Fabriken verfügt über einen Reinraum. In erster Linie produzieren die Chinesen in Wuxi 6-Inch-Speicherchips.

Das finanzielle Polster um Qimonda zu kaufen, hat CSMC, denn das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochter von China Resources Microelectronics. Das in Hongkong gelistete Unternehmen gehört  wiederum zu China Resources, einem mehrheitlich staatlichen Konzern mit mehr als 20 Tochtergesellschaften, unter anderem in den Branchen Zementproduktion, Immobilien, Textilherstellung und in der petrochemischen Industrie. Der Konzern kam 2006 auf einen Umsatz von umgerechnet rund zehn Milliarden Euro.

Doch der Kauf des insolventen deutschen Chipherstellers dürfte nicht so einfach über die Bühne gehen. Grund: Die chinesischen Behörden müssen jede Investition im Ausland genehmigen. Wegen der Wirtschaftskrise, die auch in China tiefe Spuren hinterlässt, sind die Behörden derzeit äußerst restriktiv bei der Erteilung solcher Genehmigungen. Chinas Firmen, vor allem die in staatlicher Hand, sollen, so will es die Regierung, hauptsächlich zuhause investieren, um das zuletzt lahmende Wachstum wieder in Schwung zu bringen. „Trotzdem könnte sich CSMC immerhin das Qimonda-Equipment schnappen“, so der Brancheninsider, „denn das ist hochmodern.

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