Chipkonzern: Infineons Intrigantenstadl bei der Wahl des Chefaufsehers

Chipkonzern: Infineons Intrigantenstadl bei der Wahl des Chefaufsehers

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Klaus Wucherer (links), Willi Berchthold werden als mögliche Aufsichtsratvorsitzende bei Infineon gehandelt

von Michael Kroker

Bei der Besetzung des Chefaufsehers fällt der Münchner Chipkonzern in seine alte Rolle zurück.

Es mutet wie ein Rückschritt in die schlechte alte Zeit an: Der Münchner Chiphersteller Infineon gibt mal wieder den Intrigantenstadl. Seit zwei Wochen fechten zwei Lager um den Aufsichtsratsvorsitz. Der langjährige Amtsinhaber Dietrich Kley kandidiert nicht erneut, und wenn die Hauptversammlung der Aktionäre am 11. Februar tagt, entscheidet sie auch über die Besetzung des Aufsichtsrats und damit indirekt über den Chefaufseher. Kley schickt Klaus Wucherer ins Rennen. Der 65-Jährige sitzt seit 1999 im Aufsichtsrat, als der Siemens-Konzern seine Chipsparte abspaltete und unter der Marke Infineon verselbstständigte. Bis vor wenigen Jahren saß Wucherer noch im Siemens-Zentralvorstand. Doch das gilt nach den Affären bei Siemens inzwischen nicht mehr als Empfehlung. Ohnehin wünschen sich viele institutionelle Investoren bei Infineon einen Neuanfang und keine Traditionswahrung. Für sie kommt Wucherer deshalb nicht infrage.

Der britische Pensionsfonds Hermes schlug nun Willi Berchtold als Kandidaten vor – 59 Jahre alt, Ex-Präsident des IT-Verbands Bitkom und bis Mitte August noch Finanzchef des Autozulieferers ZF Friedrichshafen.

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Unrühmliche Kontinuität gegen Neuanfang

Die neue Querele reiht sich in eine Serie aus Skandalen und Krisen, die Infineon seit Jahren erschüttern. Dabei hatten Vorstandsvorsitzender Peter Bauer und Finanzchef Marco Bauer die Konzernfinanzen gerade erst wieder stabilisiert und den Chiphersteller Ende September in den Dax zurückgeführt.

Der scheidende Aufsichtsratschef Kley hatte bei vielen Affären der Vergangenheit, darunter ein Schmiergeldfall im Vorstand und das Hickhack über die Abspaltung der Tochter Qimonda, ein schwaches Bild abgegeben. Sein Wunschnachfolger Wucherer steht so für unrühmliche Kontinuität. Zudem dürfte Wucherer für einen weiterhin starken Einfluss von Siemens auf Infineon stehen, mutmaßen Investoren.

Berchtold gilt dagegen als Mann des Neuanfangs – so sehen es vor allem ausländische Investoren. Und er kennt sich in der Branche hervorragend aus, war er doch vor seiner Zeit bei ZF Chef des Chipkartenherstellers Giesecke & Devrient und Deutschland-Chef von IBM.

Doch die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sträuben sich gegen den Neuen. Ein Aufsichtsrat, der ungenannt bleiben will, kündigte an: Die Fraktion wolle bei der Wahl des Vorsitzenden im ersten Durchgang geschlossen gegen Berchtold stimmen.

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