Christoph Franz : Die Premiere des neuen Lufthansa-Chefs

Christoph Franz : Die Premiere des neuen Lufthansa-Chefs

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Lufthansa-Chef Christoph Franz

von Rüdiger Kiani-Kreß

Die Spannung war hoch, vor dem ersten großen Auftritt des neuen Lufthansa-Chefs Christoph Franz. Der präsentierte sich offener als sein Vorgänger und zerstörte mit einem Satz ein altes Tabu.

Für Journalisten hatte die heutige Bilanzpresskonferenz der Lufthansa eigentlich alle Zutaten einer langweiligen Veranstaltung. Zum wesentlichen Thema dieser Tage, den Katastrophen in Japan, hat die Linie bereits alles Nötige gesagt. Die wesentlichen Zahlen waren seit rund zwei Wochen bekannt. Sie sind nicht nur gut im Vergleich zum Rest der die Branche, sondern auch absolut gesehen in Ordnung angesichts des hohen Ölpreises, der Streiks und der vielen unfreiwilligen Unterbrechungen durch strenge Winter und die Aschewolke aus Island.

Wer wirklich die Details wissen wollte, konnte sie seit heute morgen um acht Uhr bereits im Geschäftsbericht online nachlesen. Darunter auch die freudigste Nachricht. Das Geld haben diesmal nicht nur die Konzerntöchter von der Fluglinie Swiss bis zum Wartungsgeschäft der Lufthansa Technik verdient. Das Kerngeschäft, der Passagierverkehr unter der Marke Lufthansa erzielte erstmals seit fast zehn Jahren wieder richtig schwarze Zahlen.

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Wenn trotzdem heute Morgen der große Konferenzraum im sechsten Stockwerk des Hauptquartiers der Deutschen Lufthansa am Frankfurter Flughafen voll war, dann wegen ihm: Christoph Franz, der die nach Umsatz derzeit größte Fluglinie der Welt seit Anfang des Jahres führt.

Ein unbeschriebenes Blatt

Zwar hat der 50-jährige bei dem Dax-Unternehmen bereits seit anderthalb Jahren den Passagierverkehr und davor die Sanierung der heute wichtigsten LH-Tochter Swiss geleitet – und in beidem viele Interviews gegeben. Dazu bemüht sich die Öffentlichkeitsarbeit der Lufthansa nach Kräften um den Eindruck, Franz sei vielleicht ein anderer Typ als sein Vorgänger, der lebenslustige Österreicher Wolfgang Mayrhuber.

Doch trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen will das keiner so recht glauben. Der Chef eines Dax-Unternehmens als unbeschriebenes Blatt, das geht irgendwie nicht. „Mal sehen wie er so ist“, lautet den auch der Tenor der Gespräche kommentieren denn auch die Journalisten.

Der erste Eindruck ist: unauffällig. Grauer Anzug, gelbe Krawatte, dezente Brille, brav gescheiteltes Haar, verschmitzter Blick. Wäre da nicht das graue Haar und unter allem der deutlich sichtbare Zug Erfahrung, er könnte wirklich als Trainee durchgehen. So steht er mit leicht überraschtem Blick draußen vor dem Konferenzraum auf der Empore und posiert vor einem riesigen Panoramaplakat mit Flugzeugbildern - mit Finanzchef Stephan Gemkow und den bei diesen Anlässen unvermeidlichen zwei Flugbegleiterinnen. Er lächelt geduldig in alle Richtungen bis ihm seine Pressesprecher das Signal geben.

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