Christoph Franz: Neuer Chef muss die Lufthansa sturmfest machen

Christoph Franz: Neuer Chef muss die Lufthansa sturmfest machen

von Rüdiger Kiani-Kreß

Der neue Lufthansa-Chef Christoph Franz muss die weltgrößte Fluglinie wettbewerbsfähiger machen und dafür Tabus brechen.

Musterschüler mit Visionen

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Christoph Franz

Chefwechsel der Lufthansa brachten bisher keine großen Änderungen. Wenn am 1. Januar Christoph Franz Konzernchef wird, wird sich das ändern. Denn die Lufthansa hat zu hohe Kosten, um im Europaverkehr mit Billigfliegern und auf der Langstrecke mit Wettbewerbern wie Emirates aus Dubai mithalten zu können. Franz hat schon 2009 als Chef des Passagiergeschäfts vorgeschlagen, von den Billigfliegern zu lernen. Damals hat ihn Aufsichtsratschef Jürgen Weber angeblich erbost zurückgepfiffen. Jetzt als Chef muss Franz den Konzern moderner und effizienter machen. Dabei wird er Tabus brechen wie den Abbau der Verwaltung und flexiblere Arbeitsbedingungen für das fliegende Personal. In seiner Karriere bei der Deutschen Bahn und der Lufthansa-Tochter Swiss hat Franz aber gezeigt, dass er unangenehme Dinge anders umsetzt als seine Vorgänger: freundlich zuhören, argumentieren und bei allen Sparmaßnahmen mit gutem Beispiel vorangehen.

S-Bahn statt S-Klasse

Neben Vorständen in Dax-Unternehmen wirkt Franz in seinen oft etwas engen Anzügen und mit dem abwesenden Lächeln manchmal unsicher. Das mag als Schwäche erscheinen, zeigt aber tatsächlich eher Ausgeglichenheit. „Zuhören, verstehen – und dann entweder freundlich abschießen oder besonnen umsetzen“, beschreibt ein Konzernkenner das System. Da zu kommt seine Bescheidenheit. Als Chef des Fluggeschäfts ist er bewusst aus der Konzernzentrale in einen Altbau am Flughafen gezogen. Künftig wird er auf die typische Vorstandslimousine wie die Mercedes S-Klasse verzichten. Stattdessen begnügt er sich mit einem Skoda und fährt zu seinem Frankfurter Stadtappartement  öfter auch mit der S-Bahn. 

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Die Kapitalkosten verdienen und nachhaltig wirtschaften: Die Unternehmensziele von Franz sind in anderen Branchen selbstverständlich, bei Fluglinien sind sie eine Revolution. Für seine Wunschrendite von acht Prozent vom Umsatz, will Franz die Arbeitsweise bei gleichem Service in Richtung Billigflieger drehen. Das bedeutet, den Monolithen Lufthansa in möglichst viele Teilflotten zu zerschneiden. Die sollen dann wie selbstständige Fluglinien gegeneinander antreten. Gegen die wachsenden Umweltauflagen setzt Franz mehr Investitionen in neue Jets und Biosprit. Mit den Einsparungen will er die Billigflieger zurückdrängen.

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