Christoph Franz: Swiss-Chef soll in Lufthansa-Vorstand aufsteigen

Christoph Franz: Swiss-Chef soll in Lufthansa-Vorstand aufsteigen

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Flugzeuge der AUA, Lufthansa und der Lauda Air am 6.11.2008 am Flughafen Wien-Schwechat. Swiss-Chef Christoph Franz soll in den Lufthansa-Vorstand aufsteigen und ist damit aussichtsreichster Anwärter auf den Vorstandsvorsitz.

Der Swiss-Chef soll in den Lufthansa-Vorstand aufsteigen und ist damit aussichtsreichster Anwärter auf den Vorstandsvorsitz.

Selten reagiert Christoph Franz so einsilbig wie auf die Frage, ob und wann er Konzernchef der Deutschen Lufthansa werden will. „Ich habe bei der Swiss noch so viel zu tun, dass ich da nicht weg kann“, antwortet der Chef der Schweizer Lufthansa-Tochter dann.

Das scheint der Aufsichtsrat der Lufthansa anders zu sehen. Nach Informationen der WirtschaftsWoche will das Gremium den 48-Jährigen auf seiner nächsten Sitzung am 3. Dezember für den Konzernvorstand nominieren. An diesem Termin soll der Aufsichtsrat eine neue Unternehmensstruktur diskutieren und dabei den Vorstand erweitern.

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Das zusätzliche Mitglied soll nicht nur die elf Fluglinien führen, die inklusive aller Übernahmen inzwischen zur Lufthansa gehören. Der Neue soll auch Wolfgang Mayrhuber als Konzernchef nachfolgen, wenn der 61-jährige wie geplant im Laufe des Jahres 2010 sein Amt abgibt. Die Lufthansa möchte sich hierzu nicht äußern.

In den vergangenen vier Jahren hat Franz die ehemalige Swissair vom Pleitekandidaten zur derzeit erfolgreichsten Lufthansa-Sparte umgebaut. Seither gilt er als Favorit für Mayrhubers Nachfolge. Doch bisher erwarteten Konzernkenner eine Nominierung erst im Laufe das kommenden Jahres.

Die Regelung kommt nun offenbar schneller, weil der geübte Problemlöser Franz dringend in der Konzernzentrale in Frankfurt gebraucht wird. „Die Lufthansa steht vor der größten Herausforderung der letzten anderthalb Jahrzehnte“, erklärt Markus Franke, Branchenexperte der Unternehmensberatung Oliver Wyman.

Da die Konjunktur nachlässt, sinken auch die Flugumsätze, besonders in der First und Business Class, wo die Lufthansa einen erheblichen Teil ihrer Gewinne erzielt. Um die verbleibenden Passagiere muss die Linie mehr denn je gegen Wettbewerber kämpfen, von denen einige deutliche Kostenvorteile haben, etwa der Billigflieger Easyjet oder die Langstreckenlinie Emirates aus Dubai.

Gleichzeitig droht der Lufthansa vom kommenden Frühjahr an ein Streik. Denn mit den Piloten streitet sie darüber, wie die Arbeit verteilt wird zwischen dem Unternehmenskern, der sogenannten Passage, und den neu erworbenen Fluggesellschaften, die meist kostengünstiger arbeiten als Lufthansa selbst.

Zudem muss Mayrhuber in kürzester Zeit mehr Zukäufe bewältigen als je ein Flugmanager vor ihm. In diesem Jahr hat die Lufthansa sich bereits an Jetblue aus New York beteiligt und an Brussels Airlines aus Belgien.

Im Dezember steht der Einstieg bei Austrian Airlines an, im Januar der Erwerb der Mehrheit an der britischen BMI sowie möglicherweise eine Beteiligung an Alitalia. Das könne der derzeitige Konzernvorstand nur schwer leisten, heißt es aus dem Aufsichtsrat.

Dem Vorstand gehören nur drei Manager an. Air France etwa hat elf Vorstände. Lufthansa ist zudem praktisch der einzige Konzern mit mehr als zehn Milliarden Euro Umsatz, wo der Vorstandschef auch die Tagesarbeit im Kerngeschäft leitet. „So gut Herr Mayrhuber auch ist – diese Last ist eigentlich schon in guten Zeiten zu viel“, sagt ein Aufsichtsrat vorsichtig. „Jetzt könnte das endgültig zu viel werden.“

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