Chronik: Stationen der IKB-Katastrophe

Chronik: Stationen der IKB-Katastrophe

von Andreas Toller

Nach der gerichtlich umstrittenen Pressemitteilung zur Finanzlage der IKB ging es für die Mittelstandsbank Schlag auf Schlag. Die wichtigsten Stationen bis zum Verkauf an den Finanzinvestor Lone Star.

Juli 2007

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IKB-Zentrale in Düsseldorf

Die IKB räumt wegen der US-Hypothekenkrise in einer Pressemitteilung nur Belastungen im einstelligen Millionenbereich ein. Eine Woche später wird klar: Die Bank rechnet mit einer Milliarde Euro Abschreibungsbedarf. Die KfW springt für die IKB-Zweckgesellschaft Rhineland Funding in eine Liquiditätslinie von 8,1 Milliarden Euro ein. IKB-Chef Stefan Ortseifen tritt zurück. KfW-Vorstand Günther Bräunig übernimmt das Ruder bei der IKB.

August 2007

Die KfW und die Verbände der Sparkassen, Genossenschaftsbanken und der privaten Institute schnüren ein Rettungspaket von 3,5 Milliarden Euro. Die IKB muss ihre Zweckgesellschaft Rhineland mit 80 Millionen Euro stützen. Für das Geschäftsjahr 2006/07 (per Ende März) wird die Dividende gestrichen. Die IKB entlässt ihren Finanzchef. Die Staatsanwaltschaft beginnt mit Ermittlungen.

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September bis Oktober 2007

Die IKB kündigt aufgrund von Sanierungsmaßnahmen einen Verlust im Geschäftsjahr 2007/08 von bis zu 700 Millionen Euro an. Nach einem Gutachten der Wirtschaftsprüfer von PwC muss die IKB ihren Konzernabschluss von 2006/07 nachträglich ändern. Zwei weitere Vorstände müssen gehen. Die Bank gelobt Besserung, will sich vom risikoreichen Geschäft trennen und sich auf die Mittelstandsfinanzierung konzentrieren. Die KfW prüft den Verkauf ihrer 38 Prozent an der IKB und schaltet dafür Merrill Lynch ein.

November 2007

Der IKB drohen weitere Belastungen von 300 bis 400 Millionen Euro. Die Bankenverbände sind anscheinend nicht bereit, mehr Geld zur Rettung beizutragen. Die KfW erhöht als Großaktionär ihre Risikovorsorge für die IKB-Tochter Rhineland Funding um 2,3 Milliarden auf 4,8 Milliarden Euro. Die EU-Kommission beäugt die Rettungsmaßnahmen der KfW für die IKB kritisch. Der Aktienkurs der IKB bricht erneut ein, die Papiere kosten weniger als acht Euro, nach Kursen von 35 Euro und mehr zum Jahresanfang.

Ende November 2007

Nach einer nächtlichen Krisensitzung einigen sich Privatbanken und KfW auf Druck der Regierung auf ein weiteres Rettungspaket. 350 Millionen Soforthilfe gibt es für die Mittelstandsbank. Das Kontrollgremium prüft die Möglichkeit einer Insolvenz der IKB. Die Veröffentlichung der Halbjahresbilanz wird aufgeschoben.

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