Commerzbank/Dresdner Bank: Blessings großer Schritt nach vorn

KommentarCommerzbank/Dresdner Bank: Blessings großer Schritt nach vorn

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WirtschaftsWoche-Redakteur Cornelius Welp

Die Commerzbank und die Allianz-Versicherung schaffen Klarheit: Die Dresdner Bank wird schneller und günstiger verkauft als ursprünglich geplant. Das ist gut so – für alle Beteiligten.

Nun geht alles viel schneller als gedacht. Die Commerzbank übernimmt die Dresdner Bank schon im Januar komplett. Für 40 Prozent der Anteile zahlt sie 1,4 Milliarden Euro in bar an den bisherigen Eigentümer Allianz. So schafft der Commerzbank-Chef Martin Blessing Sicherheit. War in den vergangenen Wochen doch immer wieder über ein mögliches Scheitern der Transaktion spekuliert worden.

Das wurde von beiden Seiten zwar eifrig dementiert, doch wenn die Märkte derzeit etwas nicht goutieren, ist es Unsicherheit. Der Kurs der Commerzbank-Aktie war in den vergangenen Tagen teilweise so tief gefallen wie 2003. Da wurde in Frankfurt sogar über eine mögliche Pleite des Instituts spekuliert.

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Der Verfall ist nun auch der Grund für die schnelle Lösung. Da die Allianz ursprünglich in Commerzbank-Papieren bezahlt werden sollte, war der Wert der Transaktion sowieso gefallen. Der Preis ist nun deutlich günstiger, die Commerzbank zahlt nun nur noch etwas mehr als fünf Milliarden für die komplette Übernahme. Schon bei Bekanntgabe der Transaktion wurde die damalige Bewertung von neun Milliarden Euro für die Dresdner Bank als zu hoch beurteilt.

Inzwischen scheint sie völlig utopisch. Blessing kann den Verfall der Aktie seiner eigenen Bank nun für sich nutzen. Von der Barzahlung profitieren auch die Aktionäre, deren Anteile nun nicht verwässert werden. Zudem wird es keine außerordentliche Hauptversammlung geben. Die Zustimmung der Anteilseigner galt zwar als wahrscheinlich - aber nicht als sicher.

Die Allianz muss nun zwar 600 Millionen Euro abschreiben, befreit sich aber gleichzeitig schnell von den Unsicherheiten im Kapitalmarktgeschäft ihrer Banktochter. Auch die Tatsache, dass sie an der neu entstehenden Großbank nun einen deutlich geringeren Anteil halten wird, ist in diesen turbulenten Zeiten kein Nachteil.

Als erste Bank bekommt die Commerzbank Geld aus dem Rettungspaket. Auch diese Unterstützung ermöglicht es ihr, den Kaufpreis nun bar nach München zu überweisen. Sicher ist es nicht im Sinne der Regierung, durch die Staatshilfe Übernahmen günstiger zu ermöglichen. Andererseits wird so auf dem Finanzmarkt mehr Stabilität geschaffen. Insofern ist Blessings großer Schritt mit dem Zweck der Hilfe gut vereinbar.

Nun beginnt für Blessing und seine Leute die eigentliche Arbeit. Die Integration einer Großbank vom Format der Dresdner ist eine Mammutaufgabe. Nur wenige dieser Transaktionen, das zeigen die Erfahrungen der Vergangenheit, waren langfristig wirklich erfolgreich. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass die Phase des Übergangs und damit der Unsicherheit bei Kunden und Mitarbeitern möglichst kurz bleibt. Die Startbedingungen für Deutschlands neue Superbank haben sich mit dem Schritt deutlich verbessert.

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