Commerzbank: Rabattierte Aktien bergen hohes Risiko

KommentarCommerzbank: Rabattierte Aktien bergen hohes Risiko

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Logo der Commerzbank am Gallileo-Hochhaus in Frankfurt am Main

von Anton Riedl

Die Commerzbank kämpft um frisches Kapital. Die neuen Papiere gibt es mit einem hohen Rabatt auf die bisherigen Anteile. Wer zocken will – bitte. Für vorsichtige Anleger jedoch sind die Risiken zu groß. Ein Kommentar von Anton Riedl.

2,18 Euro sollen die neuen Aktien der Commerzbank kosten, das liegt 45 Prozent unter dem Schlusskurs vom vergangenen Wochenende. Ab diesem Dienstag kann man für elf alte Aktien zehn neue Papiere dazukaufen. Als Preis kommt noch das Bezugsrecht drauf. Dessen Wert könnte sich dann bei etwas mehr als 80 Cent einpendeln. Unterm Strich dürfte dann eine Aktie der Commerzbank auf rund drei Euro kommen.

Für neue Anleger ist es zunächst ein Vorteil, mit einem solchen Rabatt an Aktien zu kommen. Doch die Rechnung zahlen die bisherigen Aktionäre. Die Zahl der Commerzbank-Aktien wird sich fast verdoppeln. Damit findet eine erhebliche Verwässerung statt, der Anteil der bisherigen Aktionäre schwindet. Weil das schon absehbar war, gehört die Aktie seit Wochen zu den schwächsten Papieren in Europa. Großaktionär Allianz hat seinen Anteil auf unter fünf Prozent verringert, zieht aber jetzt bei der neuen Tranche wieder mit.

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Vorteile der Kapitalerhöhung

Grundsätzlich ist es gut, wenn die Commerzbank mit dem frischen Kapital die Staatshilfen zu einem großen Teil zurückzahlt. Damit spart sie sich die dafür notwendigen enormen Zinslasten. Andererseits bleibt der Bund mit 25 Prozent plus eine Aktie an Bord. Damit sichert er sich Einfluss und bekommt, wenn es die Geschäftslage erlaubt, auch Dividende.

Wenn die Kapitalerhöhung im Juni über die Bühne gegangen ist, wird die Commerzbank zum Spekulationspapier. Auf der positiven Seite steht das breite Kundengeschäft mit derzeit noch 1500 Filialen, eine Bilanzsumme von 700 Milliarden Euro und die operative Erholung, die sich im ersten Quartal abzeichnete. Zudem kann man die Beteilung des Bundes auch als Sicherheitsplus ansehen – vor allem, wenn es um die anstehenden Probleme der Branche geht: die drohenden Abschreibungen, die bei einer Entschuldung Griechenlands auf die Banken zukommen. Die Aussichten auf milliardenschwere Wertberichtigungen machen aus Bankaktien derzeit ohnehin kritische Anlagen, von denen vorsichtige Investoren lieber die Finger lassen.

Spezielle Commerzbank-Probleme

Die Commerzbank selbst hat darüber hinaus noch zwei besondere, eigene Probleme, die den Kurs in den nächsten Wochen belasten: Erstens muss sie nach dem tiefen Fall in der Finanzkrise den operativen Turn-around auch wirklich schaffen; zweitens ist die Aktie gerade wegen der breiten Kapitalerhöhung analytisch nun teurer geworden als etwa Papiere der Deutschen Bank. Und die hat vor kurzem auch noch ihre Gewinnziele heraufgesetzt.

Fazit: Wer schon bisher an der Commerzbank beteiligt ist, dürfte angesichts der dramatischen Wertvernichtung der vergangenen Monate kaum noch den Nerv haben, frisches Geld nachzuschießen. Nur wer auf eine heiße Spekulation aus ist, kann bei Panik-Kursen mit kleinem Einsatz mitspielen.

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