Commerzbank: Stürmische Zeiten für die Mittelstandsbank

Commerzbank: Stürmische Zeiten für die Mittelstandsbank

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Logo der Commerzbank auf der Firmenzentrale in Frankfurt

Das Geschäft der Commerzbank läuft gut - noch. Die Risiken wachsen, die Schuldenkrise droht, die jüngsten Erfolge zunichte zu machen.

Die Commerzbank, so werben ihre Manager gerne für das eigene Haus, sei „ein Hebel auf die deutsche Volkswirtschaft“. Konjunkturelle Auf und Abs zeigten sich beim zweitgrößten deutschen Institut und dem größten Finanzier des deutschen Mittelstands deshalb besonders deutlich.

In den vergangenen Monaten konnte die Bank deshalb stets verkünden, dass es mit Deutschland und mit ihr aufwärts geht. Heute heißt die Botschaft: Es läuft (noch) gut, aber die Zukunft ist zunehmend unsicher.

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Das Institut, an dem der Staat immer noch mit 25 Prozent beteiligt ist, hat bei der Vorlage seiner Halbjahreszahlen am Mittwoch eine ganze Reihe von Erfolgsmeldungen der selbst definierten "Kernbank" vermeldet. In den meisten Segmenten gingen die Erträge rauf, die Risikovorsorge für Kreditausfälle überraschend deutlich runter, die Kosten sanken, bis auf die sogenannte „Abbaubank“, in der die Commerzbank problematische Aktivitäten versammelt hat, waren sämtliche Bereiche profitabel  - fast alles lief so wie geplant oder besser. Auch die Integration der Dresdner Bank macht sich zunehmend bezahlt. Dass die Bank derzeit keinen Käufer für ihren hoch defizitären Staats- und Immobilienfinanzierer Eurohypo sieht, ist auch keine Überraschung.

Schuldenkrise hat voll eingeschlagen

Die hausgemachten Probleme hat die Commerzbank offenkundig im Griff, doch das Drumherum zeigt sich zunehmend trübe. Die Schuldenkrise hat bei der Bank im ersten Halbjahr voll eingeschlagen. Rund 750 Millionen Euro hat sie wegen ihrer Beteiligung am Rettungspaket auf ihre Griechenlandpapiere abgeschrieben, das sind rund 25 Prozent des Wertes und damit etwas mehr als andere Banken. Das bei der Eurohypo angesiedelte Staatsfinanzierungsgeschäft machte insgesamt mehr als 9oo Millionen Euro Verlust. So reichte es im Ergebnis im zweiten Quartal nur für einen Minigewinn.

Ziele in Frage

Ist das der schnelle Anfang vom Ende einer gerade erst wieder begonnenen Erfolgsgeschichte? Die Bank selbst hat bereits ihr Ziel in Frage gestellt, das operative Ergebnis wie geplant zu steigern und im kommenden Jahr vier Milliarden Euro zu verdienen. Das hänge vom weiteren Verlauf der Schuldenkrise ab, sagte Finanzvorstand Eric Strutz. Eine weitere Verschärfung könnte die Commerzbank noch deutlich härter treffen. In Spanien und vor allem Italien ist sie stärker engagiert als in Griechenland. Die Krise könnte die Bank sogar so hart erfassen, dass sie in diesem Jahr zumindest nach HGB-Bilanzierung gar keinen Gewinn macht. Jedenfalls wollte Strutz das heute nicht ausschließen. Dann würde auch der Steuerzahler keine Zinsen auf die stille Einlage von knapp zwei Milliarden bekommen, mit der er die Bank immer noch stützt.

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