Computer: PC-Riese Acer sorgt sich nicht um Wirtschaftskrise

Computer: PC-Riese Acer sorgt sich nicht um Wirtschaftskrise

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Acer-Chef Gianfranco Lanci

Gianfranco Lanci, Chef des PC-Riesen Acer, über Wachstum in der Krise, die Bockigkeit von Microsoft und den Angriff auf Nokia.

WirtschaftsWoche: Signor Lanci, die PC-Branche steckt in der Krise. Der Absatz fällt, doch Acer wächst. Wie machen Sie das?

Lanci: Wir haben uns früh sehr stark auf mobile Computer konzentriert, sind dort weltweit Nummer zwei und nur noch wenige Prozentpunkte von Marktführer Hewlett-Packard entfernt. Dieser Bereich wächst weiter. Wir expandieren deshalb stark im Bereich Smartphones. In diesem Monat werden wir dort die ersten Produkte ausliefern.

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Im Gegensatz zu Hewlett-Packard, kurz: HP, und zu Dell verkauft Acer ausschließlich über Händler. Machen Sie sich dadurch nicht abhängig von Ihren Vertriebspartnern?

Nein, das ist ja gerade unsere Stärke. Wir verkaufen nicht direkt, was uns eine Menge Komplexität und vor allem Kosten spart. Das ist die Formel, die gewinnt. Sie erlaubt uns eine schlanke Struktur. Das war schon vor der Wirtschaftskrise ein Vorteil und ist es jetzt umso mehr. Während andere erst mit dem Sparen anfangen, machen wir das bereits seit Jahren schon.

Aber der Einzelhandel konzentriert sich immer mehr, besonders in den USA sind viele Elektronikhandelsketten pleitegegangen.

Ich sehe das ganz pragmatisch. Privatkäufer und Kleinunternehmer bevorzugen es, ihren Computer im Laden zu kaufen. Wenn der nicht mehr existiert, gehen sie eben zu einem anderen Geschäft. Beispielsweise zu Supermärkten, die ihr Computersortiment ausgebaut haben, wie Wal-Mart und Target in den USA.

Acer konzentriert sich sehr stark auf Privatkunden. Was, wenn die wie bei Autos keine PCs mehr kaufen?

Unsere Kunden kaufen. Sie sind sehr viel bewusster beim Preis geworden. Aber gerade das hilft uns ja beim Wettbewerb mit HP und Dell. Ich bin optimistisch. Gerade in den aufstrebenden Ländern in Asien sehen wir erste Zeichen, dass die Kunden wieder optimistischer sind, vor allem in China.

Wie sieht die PC-Branche am Ende der Wirtschaftskrise aus?

Der Markt wird sich in den nächsten 12 bis 18 Monaten weiter konsolidieren. Es gibt noch zu viele Marktteilnehmer. Bei der Technologie sind die Unterschiede zwischen den Wettbewerbern nicht mehr so groß wie noch vor ein paar Jahren. Es geht also vor allem darum, möglichst viel Marktanteil zu erringen und die Absatzkanäle zu besetzen. Wir tun das, indem wir unsere Produkte über verschiedene Marken anbieten.

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