_

Computerspiele: Electronic Arts: Zu wenig Absatz in Deutschland

von Thomas Stölzel

Der Computerspiele-Riese Electronic Arts ist unzufrieden mit dem Deutschland-Geschäft. Auch an guten Spieleentwicklern mangelt es hierzulande.

„Deutschland ist so fußballbegeistert wie Großbritannien, trotzdem verkaufen wir dort zweieinhalbmal so viele Fußball-Computerspiele wie in der Bundesrepublik. Großbritannien macht neun Prozent des weltweiten Spielemarkts aus, Deutschland vier. Da Deutschland mehr Einwohner hat, müsste das Land eigentlich einen Marktanteil von zwölf Prozent haben“, sagt Gerhard Florin, zuständig für das internationale Geschäft außerhalb Nord-Amerikas. A

uch mangelt es in Deutschland laut Florin an guten Spielentwicklern. Es sei hierzulande wesentlich schwerer als in den USA, Großbritannien, Kanada und Frankreich, gute Entwickler zu finden. Florin: „Die Anforderungen an Spieledesigner und Grafiker sind extrem hoch, da muss eine sehr gute Ausbildung dahinterstehen. Doch solche Ausbildungsmöglichkeiten sind in Deutschland praktisch nicht vorhanden.

Deutschland kämpft noch immer mit der gesellschaftlichen Akzeptanz von Videospielen – gerade in der Altersgruppe derer, die entscheiden, welche Ausbildungen angeboten werden.“

Electronic Arts beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter und setzte 2008 rund 4,1 Milliarden Dollar um.

17 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 13.01.2010, 11:41 UhrAnonymer Benutzer: Dieter

    Es liegt auch an der Qualität und dem gameplay der Spiele. Es werden vor der Veröfentlichung große Verbesserungen versprochen die dann nicht erreicht werden. Als beispiel ist FiFA 2010 zu nennen, das mir persönlich nicht so gefällt wie FiFA 2009. Auch die Serie NHL ging Qualitätsmässig mit den Jahre den "bach runter". Es fehlt jedesmal ein Feinschliff bei den Spielen, für den sich die Herstelller keine Zeit mehr nehmen. Wichtig ist, nur noch ein Produkt zu einem festgeschriebenen Termin auf den Markt zu bringen.
    Auch das ist eine Punkt für zurückgehende Umsatzzahlen. Der Kunde verlangt für sein Geld gute Qualität egal ob es ein Rollenspiel, Sportspiel oder Ego-Shooter ist. Die 50 bis 60 Euro müssen erst einmal erarbeitet werden. Und das es in Deutschland nicht aussreichen Programierrer gibt liegt auch daran das in Deutschland nicht das Talent sondern der Schulabschluß zählt. Ohne FH, Uni oder höhren Abschluß ist ein Job in der branche kaum oder garnicht zu erhalten. in Amerika kann ein Tellerwäscher zu Millionär werden, in Deutschland bleibt er Tälerwäscher oder muss studieren.

  • 25.11.2009, 13:19 UhrAnonymer Benutzer: Chris

    Es gibt mehrere Ursachen für den geringen Absatz.
    Abgesehen von den angesprochenen Sachen wie DRM oder unvollständige Spiele mit zusatz bezahl-inhalt zu vollen Preis ist es aber vor allem die Zensur in Deutschland.
    Mein letztes Spiel in Deutschland kaufte ich vor gut 3 Jahren.
    Es werden entweder unzensierte deutschsprachige Spiele aus Österreich eingekauft oder, wenn er keine unzensierte dt. version gibt, direkt aus England.
    Das mag auch Erklären warum England einen so hohen Umsatz hat, relativ zu bevölkerungsgrösse...ein guter Teil der Einkäufer kommt aus Deutschland....England hat sich als Verkaufsland für uns etabliert weil es unzensierte Spiele anbietet die dazu noch billiger sind

  • 23.11.2009, 12:46 UhrAnonymer Benutzer: Informatiker & Spieleentwicklung

    Als informatiker und Computergrafiker wäre ich und viele andere talentierte informatiker durchaus an der Spieleentwicklung interessiert (und sind an dieser z.t auch in indie-Projekten beteiligt). in Deutschland hat die Spieleentwicklung aber einen sehr, sehr schlechten ruf, was Arbeitszeiten, bezahlung, Professionalität etc. angeht.

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Deutsche Bahn gegen Kältewelle: Warum kein Chaos droht
Deutsche Bahn gegen Kältewelle: Warum kein Chaos droht

Deutschland steht vor dem Einbruch einer Kältewelle. Kälte-Hoch "Cooper" verspricht Minustemperaturen im zweistelligen...