
STUTTGART. Die Stuttgarter setzten im Automotive-Geschäft, der größten Konzernsparte, im vergangenen Jahr 27,2 Mrd. Euro um. „Größe allein ist kein Wert an sich. An erster Stelle müssen Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft stehen“, sagte Bosch-Chef Franz Fehrenbach allerdings in seinem jüngsten Interview zur Konzentration in der Branche. Fehrenbach äußert sich generell nie direkt zur Konkurrenz. Bosch kann jetzt erst einmal beobachten, wie Continental und Siemens VDO in der Praxis zusammenfinden. „Eins und eins ist bei unterschiedlichen Firmenkulturen nicht immer gleich zwei oder mehr“, sagt ein Bosch-Kenner. Analysten sehen die Lage für Bosch allerdings schon wesentlich prekärer. „Die neue Kombination kann Bosch als Komplettanbieter vor allem bei Einspritzsystemen für Diesel und Benziner stärker Konkurrenz machen“, sagt Albrecht Denninghoff, Autoexperte der Commerzbank. Einspritzsysteme zählen zur Kernkompetenz von Bosch. Erklärtes und vorrangiges Ziel der Autohersteller ist in den nächsten Jahren die deutliche Verbrauchsreduzierung bei Benzinmotoren. So arbeitet Mercedes an Verbrauchszahlen von sechs Liter auf 100 Kilometern. „Bei diesen Aufträgen wird es in der neuen Konstellation einen deutlich härteren Wettbewerb für Bosch geben“, erwartet Denninghoff.
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Der drittgrößte deutsche Autozulieferer, ZF Friedrichshafen, ist als Hersteller von Getrieben und Fahrwerkskomponenten vergleichsweise wenig von der Fusion betroffen. ZF kooperiert mit Continental bei der Hybridentwicklung. Das Unternehmen vom Bodensee befindet sich wie Bosch oder Mahle im Besitz einer Stiftung und ist somit vor Übernahmen geschützt. ZF-Chef Härter ließ zuletzt durchblicken, dass das Unternehmen die Übernahme von Sachs vor fünf Jahren gut verdaut habe und sich wieder fit für Zukäufe fühle. Bosch kauft ebenfalls. Zuletzt wurde die Beteiligung am Indischen Zulieferer Mico für stolze 250 Mill. Euro um zehn Prozent auf 70 Prozent aufgestockt.
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