Crazy America: Was Kinderpfeile mit der Rettung der US-Wirtschaft zu tun haben

Crazy America: Was Kinderpfeile mit der Rettung der US-Wirtschaft zu tun haben

Wer ist schuld am moralischen und wirtschaftlichen Verfall Amerikas? Gierige Banker? Nein, ein Kleinunternehmer von der US-Westküste. Er heißt Jerry Dishion und ist seit neuestem ein nationales Hassobjekt.

Dabei hat er mit der Finanzbranche gar nichts zu tun. Seit den 1940er Jahren stellt seine in Portland im US-Bundesstaat Oregon angesiedelte Firma Rose City Archery Sportbogen und Pfeile her. Die Kleinfirma hat etliche Wirtschaftskrisen überlebt. Seit Tagen stehen ihre Telefone nicht mehr still – Dishion muss sich am Telefon übel beschimpfen lassen. Der Mann ist nicht unbedingt ein Sympathieträger. Auf seiner Webseite posiert er mit erlegtem Rotwild.

Was ist passiert? Wie üblich haben Politiker in Washington das 700-Milliarden-Dollar-Rettungspaket mit allen möglichen Zusatzwünschen gespickt – insgesamt über zehntausend Kleinprojekte. Diese „earmarks" sind Alltag in Washington. Ursprünglich wurden sie eingeführt, um Bürokratie zu vermeiden, damit nicht für jede Sache ein neues Gesetz verabschiedet werden muss.

Anzeige

Inzwischen sind sie zu erpresserisch anmutenden Klauseln mutiert, die an alle möglichen wichtigen Gesetze gehängt werden, in der Hoffnung, dass sie durchgewunken werden. Das berühmtestes Beispiel ist die „Brücke ins Nirgendwo" – eine fast 400 Millionen Dollar teuere Brücke, die eine Insel mit 50 Einwohnern in Alaska mit dem nächsten Kleinflughafen verbunden hätte.

Natürlich wurde auch das 700 Milliarden Dollar Rettungspaket mit etlichen, rund 17 Milliarden Dollar teuren Zusätzen versehen – das merkwürdigste ein Forschungsprogramm über den Winterschlaf von Eichhörnchen in Alaska.

Das berüchtigste ist jedoch mittlerweile der von den US-Senatoren Ron Wyden und Gordon Smith aus Oregon eingebrachte Zusatz, der eine Lanze, einen Pfeil für die Bogenschützenindustrie bricht.

Die kämpft seit 2004 gegen eine Sondersteuer von 43 Cent, die pro verkauften Pfeil verhängt wird, und vornehmlich für den Naturschutz verwendet wird.

Zuvor war es eine prozentuale Steuer von zwölf Prozent. Die Pauschalabgabe machte sich besonders bei Pfeilen für den Jugendsport bemerkbar – von rund vier Cent Aufschlag auf 43 Cent. Die Folge – der Umsatz brach ein, viele Jugendcamps strichen ihren Bogenschützenprogramme wegen der höheren Kosten. Das wurde nun korrigiert – für Pfeile einer bestimmten Größe wird die Steuer nicht mehr erhoben.

Ein zusätzliches Trostpflaster für Dishion: Seine Firma schnellte auf Platz 1 im Google-Ranking und ist nun überall in Amerika bekannt. Da kann er ein paar Hass-Mails aushalten. Auch wenn die eher an seine US-Senatoren gehen sollten.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%