Cristina Fernández de Kirchner: Bizarre Millionengeschäfte deutscher Firmen mit Argentinien

Cristina Fernández de Kirchner: Bizarre Millionengeschäfte deutscher Firmen mit Argentinien

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Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner

von Oliver Voß

BMW kauft Soja, Porsche Wein und Adidas Möbel – alles nur, um die neuen Handelsbarrieren von Argentiniens Regierung zu umgehen.

Cristina Fernández de Kirchner kämpft um ihre politische Zukunft. Im Herbst stehen Wahlen an in Argentinien, und die Zustimmung für die amtierende Präsidentin fällt rapide. Bei der Gouverneurswahl vor einer Woche belegte Kirchners Kandidat nur abgeschlagen Platz drei - noch hinter einem Fernsehkomiker. Die Bevölkerung sorgt sich vor allem um die Wirtschaft, die Inflation liegt bei 20 Prozent. Um die heimischen Geschäfte anzukurbeln, hatte Kirchners Regierung in den letzten Monaten vor allem umstrittene Handelsbarrieren aufgebaut. Laut der Initiative Global Trade Alert sind es inzwischen die massivsten weltweit. Betroffen sind auch immer mehr deutsche Unternehmen.

„Aufgrund der aktuellen Beschränkungen liefern wir vorübergehend keine Fahrzeuge nach Argentinien“, erklärt etwa ein BMW-Sprecher. 700 Wagen, die der Autobauer Kunden in Argentinien zugeteilt hatte, warten noch bei der Zollbehörde auf ihre Auslieferung. Importgenehmigungen erhalten nur Firmen, die ihre Produktion im Lande erhöhen oder mehr argentinische Produkte kaufen. Deshalb greifen deutsche Unternehmen nun zu kreativen Lösungen.

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Adidas: „Wir exportieren Möbel aus Argentinien“

BMW hat nicht nur angeboten, Leder in Argentinien zu kaufen. Der Autobauer will auch landwirtschaftliche Produkte wie Soja und Reis aus dem Land exportieren. Eine Antwort der Regierung dazu steht noch aus. Auch Abnehmer für die Landwirtschaftsprodukte muss der Autobauer erst noch finden. Schon im Mai hatte er sich verpflichtet, seine Motorrad-Einfuhren nach Argentinien um 40 Prozent zu drosseln.

Auch beim Sportartikelhersteller Adidas wird man erfinderisch. „Wir exportieren Möbel aus Argentinien“, sagt Argentinien-Chef Walter Knoll. Der Sportartikelhersteller will dieses Jahr Einrichtungsstücke im Wert von zehn Millionen Dollar kaufen und damit seine Geschäfte sowie die von großen Handelspartnern in Lateinamerika ausstatten. Zudem plant Adidas, mehr argentinisches Rindsleder zu beziehen.

Porsche hatte schon im Frühjahr einen Pakt geschlossen, um weiterhin seine Sportwagen auf die Südhalbkugel verschiffen zu können. Der Konzern kauft Wein und Olivenöl im Wert von acht Millionen Dollar. Praktischerweise betreibt der argentinische Vertragshändler des Autobauers auch einen Weinhandel.

Doch da sich nicht alle Konzerne auf einen Kuhhandel einlassen, werden manche Produkte bereits knapp, so wie das iPhone. Die letzte Lieferung von Apple liegt mehr als ein Vierteljahr zurück.

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