Während rund um den Globus Internetunternehmen ums Überleben kämpfen, geht der Rotschopf Florian Peter in New Yorks Silicon Alley frech auf Expansionskurs. Neue Büroeröffnungen in Deutschland und im Silicon Valley stehen bevor. "Wir sind zum Glück langsam gewachsen und können jetzt auf einem soliden Businessmodell aufbauen", erklärt Peter, der 1997 als 24-Jähriger mit 50000 Mark (rund 25600 Euro) Startkapital aus Berlin nach New York kam. Doch dahinter steckt mehr als Glück. Florian Peter hat die richtigen Weichen für sein Unternehmen gestellt und ist ganz nebenbei ein brillanter Vermarkter der eigenen Person. Seine ursprüngliche Geschäftsidee klingt ziemlich einfach. Als "Kundschafter im virtuellen Raum", neudeutsch Cyberscout, wollte Peter vor Ort Trends und Entwicklungen der amerikanischen Internetszene beobachten und die Information an deutsche Unternehmen verkaufen. Unter seinen ersten Kunden waren vor allem deutsche Startups und Multimediaagenturen, die selbst den Weg ins digitale Glück suchten. Doch das erwies sich schnell als zu wenig. Als die Internetwelle losrollte, galt jedes Konzept als Erfolgsrezept. Keiner wollte für die Entdeckung von Trends bezahlen. Peters Ausweg war der Kontakt zu Multiplikatoren. Seit etwas mehr als einem Jahr arbeitet CScout etwa mit der Beratung Roland Berger & Partner zusammen. "Das war für uns ein wichtiger Türöffner, der uns viele Kontakte zu Mittelständlern gebracht hat", sagt Peter. Gleichzeitig vertiefte CScout sein Dienstleistungsangebot. Neben Trendreports verdichtet CScout die Informationen auf ganz konkrete Anwendungen. Außerdem arrangiert er vor Ort in den USA Roadshows mit potenziellen Partnern für die deutschen Manager. Bernhard Schreier, Chef der Heidelberger Druckmaschinen AG, informierte sich mithilfe von CScout bei einem Roundtable in New York über die New Economy. Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen ließ sich von Peter in die Geheimnisse der Silicon Alley einweihen. Peter sieht sich dabei selber als "Jester" und verweist darauf, dass der deutsche Begriff Hofnarr einfach nicht ausdrücke, was er damit meint. Die Freiheit nämlich, das zu sagen, was Leute im Unternehmen nicht ansprechen können. Diese Mischung ist genau das, was seine Kunden wollen. Zunehmend auch in der Old Economy und den ganz großen Unternehmen wie Deutsche Telekom, DaimlerChrysler oder neuerdings der Deutschen Bank. Für das Frankfurter Finanzhaus arbeitet CScout an einem Projekt, das direkt unterhalb des Vorstands angesiedelt ist. "Unsere Turnschuhmentalität ist da ein großer Vorteil", sagt der 27-Jährige. Das sollte jedoch niemand mit Unprofessionalität verwechseln. "Um in dieser Liga mitzuspielen", nimmt Peter nun erstmals einen strategischen Investor ins Unternehmen. Eine "europäische Gruppe" sei es, mehr will er wegen der laufenden Verhandlungen nicht verraten. Professionelle Präsentationen, vor allem aber der Ausbau der Firma erfordern neues Kapital. Seine Kunden, die zu 95 Prozent aus Deutschland kommen, verlangen einen Ansprechpartner in greifbarer Nähe. Noch im ersten Quartal eröffnet das Zehn-Mann-Unternehmen deshalb eine Berliner Dependance. In dieser neuen Konstellation soll noch im Jahr 2001 nicht nur operativ der Break-even erreicht werden. Peter will den Umsatz von CScout von derzeit rund einer Million Mark (rund einer halben Million Euro) mindestens verdoppeln, wenn nicht verdreifachen. "Unsere Lockerheit ist in der ‚Old Economy' ein großer Vorteil"
Seit Mai 2012 veröffentliche ich jeden Werktag einen Blogpost, macht seitdem gut 200 Beiträge. Eine Rückschau - und eine...






















