_

Daimler-Chef Zetsche: "Wir sparen an allem, was nicht unseren Fahrzeugen zugute kommt"

von Martin Seiwert, Thomas Katzensteiner und Franz Rother

Daimler-Chef Zetsche verschärft das Sparprogramm: Das Ziel von vier Milliarden Euro wird deutlich überschritten. Zetsche kündigt zudem an, dass in Kürze eine Entscheidung über neue Kooperation zum Bau von kleinen Modellen entscheiden wird.

Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche hat angekündigt, dass der Konzern schon bald über eine Kooperation mit einem anderen Hersteller zum Bau von kleinen Modellen entscheiden wird. Im Gespräch mit der am Montag erscheinenden WirtschaftsWoche wollte Zetsche zwar die Namen Toyota und Renault nicht kommentieren. „Aber ich bin mir sicher, dass wir relativ bald ein grundsätzliches Ja oder Nein als Antwort geben können“, sagte Zetsche. Bei der seit mehreren Jahren diskutierten Kooperation mit BMW werde künftig „nichts Spektakuläres“ angekündigt, sagte Zetsche. Es gebe eine Reihe von Komponenten, bei denen die Unternehmen zusammenarbeiten wollten. Große Teile wie Getriebe oder Motoren seien aber nicht darunter.

Anzeige

Angesichts der Milliardenverluste im ersten Halbjahr hat Zetsche angekündigt, dass Daimler das laufende Sparprogramm noch verschärft und die angestrebte Einsparung von vier Milliarden Euro übertreffen wird. „Wir sparen an allem, was nicht unseren Fahrzeugen zugute kommt. Investitionen etwa, die nicht direkt dem Produkt dienen, haben wir teilweise komplett gestrichen. Wir haben uns für dieses Jahr ein Sparvolumen von vier Milliarden Euro vorgenommen und werden dies deutlich überschreiten“, so Zetsche.

„Die Überschreitung liegt im zweistelligen Prozentbereich. Wir sehen, dass ein Unternehmen wie Daimler trotz des Sparprogramms immens viel Potenzial hat, effizienter zu werden. Das heißt, wir werden das bestehende Sparprogramm forcieren. Danach müssen wir die einmaligen Spareffekte durch Maßnahmen ersetzen, die dauerhafte Effizienzgewinne bringen. Dabei geht es dann um strukturelle Veränderungen. Es gibt praktisch keinen Prozess, den wir nicht noch deutlich effizienter machen könnten.“

Enorme Fortschritte hat Daimler laut Zetsche bei der Reduzierung des CO2-Ausstoßes gemacht. So habe Mercedes den Abstand zu BMW deutlich reduzieren können. „Wir haben gewaltig aufgeholt und sind im ersten Halbjahr 2009 mit einer Emission von durchschnittlich rund 160 Gramm CO2 pro Kilometer fast gleichauf mit unserem Wettbewerber BMW, der 2008 auf einen Wert von 155 Gramm kam.“

11 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.10.2009, 00:51 UhrHägar Schmidt

    @Martin bregulla: genau so ist es. Fahrzeugentwicklung ist nun mal ein fetter Prozess, der grundlegend optimiert und laufend verbessert werden muss. Dies geht aber nicht für billigen Prozessleuten aus Osteuropa. Zetsche wird das noch lernen müssen. Nun kann er nicht sagen, wir hätten es ihm nicht vorher gesagt.

  • 19.10.2009, 14:47 UhrDennis J.

    Ein ganz klares beispiel dafuer, wie erneut eine automobile Luxusmarke in den boden getreten wird.

    Wenn Sie etwas unternehmen, dass nicht den Fahrzeugen zu Gute kommt, warum unternehmen Sie es dann ueberhaupt? Mercedes ist Mercedes, weil es Mercedes ist, denn einen "Mercedes" Kleinwagen, der eigentlich darunter ein Toyota ist, kaufen nur Technikblinde.

    Zuletzt hat man auf diese Weise in Jaguar eine Traditionsmarke zerstoert und nun graut es mir vor den Mercedes Fahrzeugen der naechsten 10 Jahre. Kosten senken ist immer notwendig, aber die Kosten zu senken, so dass die Faehigkeit in der Zukunft zu agieren verwaessert wird, ist kurzsichtig.

  • 19.10.2009, 12:36 UhrMartin Bregulla

    Wenn ich mir überlege, wieviele zig Millionen, wenn nicht sogar Milliarden - da in den Geschäftsprozessen so herumliegen und nicht geholt werden, könnt ich jeden Tag heulen.

    Stattdessen spart man dort, wo es den Kunden und den Mitarbeitern weh tut - das tut weh.

    Aber wie sagt der Schwabe so schön "Mim Furz en Agger dünga und no en Oimer mit hoim nemma wolla".

    So wird das nix.

    Wer Premium will, muss auch in Premium investieren.

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Kleines Jubiläum: Ein Jahr täglich gebloggt
Kleines Jubiläum: Ein Jahr täglich gebloggt

Seit Mai 2012 veröffentliche ich jeden Werktag einen Blogpost, macht seitdem gut 200 Beiträge. Eine Rückschau - und eine...

    Folgen Sie uns im Social Web

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

WirtschaftsWoche Shop

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.