Daimler: Mercedes droht in China ein zeitweiliges Importverbot

Daimler: Mercedes droht in China ein zeitweiliges Importverbot

Bild vergrößern

Mercedes-Stand auf der Automesse Beijing Auto Show

von Matthias Kamp

Chinas Autohändler werfen dem Konzern Diskriminierung vor. Der Staat soll ihm die Einfuhrlizenz für Mercedes entziehen.

Vor wenigen Tagen noch erfreute sich Daimler am China-Geschäft: 71.900 Autos verkaufte der Konzern 2009 dort, 69 Prozent mehr als im Vorjahr. Allein von der S-Klasse setzte er fast 15.000 Limousinen ab. Doch nun droht dem Autobauer ein Importverbot. Chinas mächtiger Verband der Autohändler, die China Automobile Dealers Association (CADA), bereitet eine Beschwerde mit weitreichenden Folgen vor. Die Behörden sollten Daimler die Lizenz für den Import von Mercedes-Fahrzeugen entziehen und den weiteren Ausbau des Händlernetzes untersagen, fordert der Verband, der der einflussreichen Behörde für die Verwaltung der Staatsbetriebe (SASAC) angegliedert ist und damit indirekt dem Staatsrat untersteht. Für den koreanischen Autohersteller Hyundai hatte der Verband 2008 ein zeitweises Importverbot erwirkt.

Den Deutschen wirft der Verband vor, unabhängige Mercedes-Händler systematisch zu diskriminieren. Daimlers wichtigster Vertriebspartner in China ist das Hongkonger Unternehmen Lei Shing Hong (LSH). Von 120 Mercedes-Autohäusern in China betreibt LSH mehr als 50. Das Unternehmen, das zudem zu 49 Prozent an der Daimler-Tochter Mercedes-Benz China beteiligt ist, kontrolliert damit rund 40 Prozent des Mercedes-Handels im Land.

Anzeige

Einem Verbandsvertreter zufolge plant Daimler, demnächst mit 30 Prozent bei LSH einzusteigen. Den Deutschen, so der Vorwurf, ist offenbar daran gelegen, die Position von LSH zu stärken – notfalls auf Kosten kleinerer Händler. Ein Fall regt den Verband besonders auf: LSH wollte sich kürzlich mit 60 Prozent an einem Mercedes-Händler in der südchinesischen Stadt Hangzhou beteiligen. Als der sich weigerte, eröffnete LSH kurz darauf in unmittelbarer Nähe ein eigenes Autohaus und forderte ihn auf, in einen Vorort umzuziehen. Andernfalls drohe der Entzug der Händlerlizenz. Zähneknirschend gab der Händler nach. Als er aber sein neues Autohaus in der Vorstadt eröffnete, musste er feststellen, dass Mercedes ihm die Ordernummer gesperrt hatte, mit der er Fahrzeuge bestellen kann.

„Mercedes-Benz hat den Händler in Hangzhou stets unterstützt“, behauptet dagegen ein Daimler-Sprecher, „und die Verkaufslizenz nicht gestrichen.“ Der Verband will solch ein Vorgehen nicht länger dulden und richtet seine Beschwerde gleich an drei offizielle Stellen: die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission, das Handelsministerium und die chinesische Gewerbeaufsicht. Ein harter Schlag für Mercedes.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%