Daimler: Mercedes will niedrigere LKW-Maut für neuen Actros

Daimler: Mercedes will niedrigere LKW-Maut für neuen Actros

von Franz W. Rother

Der Chef von Daimler-Trucks drängt den Verkehrsminister, die Autobahngebühr für schadstoffarme Laster zu senken. Zugute käme der Tarif vor allem Daimler-Kunden.

Der neue Mercedes-Truck Actros, den Daimler an diesem Mittwoch in Brüssel vorstellt, ist ein Prunkstück der Ingenieurkunst. Der Schwerlaster der vierten Generation besitzt ein komplett neues Leichtbau-Chassis. Im Fahrerhaus gibt es eine „Lümmelecke“ für kurze Pausen. Unterwegs helfen dem Trucker Abstandsradar, Nachtsichtkamera, Spurhalte- und Bremsassistenten. Unter dem Fahrersitz werkelt der neue Mercedes-Weltmotor, ein Reihensechszylinder der Daimler-Tochter Detroit Diesel mit bis zu 510 PS. Abgasrückführung, Partikelfilter und Harnstoffeinspritzung sorgen dafür, dass aus dem Auspuff weniger Stickoxide und Rußpartikel kommen, als in der Umgebungsluft enthalten sind. Damit wird der Actros der erste Schwerlaster weltweit, der die Abgasnorm Euro 6 erfüllt und gleichzeitig drei Prozent weniger Diesel verbraucht als das Vorgängermodell.

Die Krux ist nur: Der technologische Aufwand hat seinen Preis. Die Abgasbehandlung ist so teuer wie der Motor selbst, sodass der Actros voraussichtlich 10.000 Euro teurer wird als das Vorgängermodell. Damit der Ökolaster nicht zum Ladenhüter verkommt – die Abgasnorm Euro 6 tritt schließlich erst 2014 in Kraft – knöpft sich Andreas Rentschler , der Chef von Daimler-Trucks, das Bundesverkehrsministerium und die EU-Kommission vor. Sie sollen für klimafreundlichere Lkws ein „effektives Anreizsystem“ schaffen. Konkret denkt er an die „zeitnahe Einführung einer eigenen Mautklasse“: Statt 15,5 Cent je Kilometer, die Euro-5-Laster auf deutschen Autobahnen zahlen, sollen Euro-6-Laster nur 10,5 Cent berappen. Renschler: „Damit wird Euro 6 zum Business Case für die Kunden.“

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Die Mercedes-Konkurrenz läuft jedoch Sturm. Sie befürchtet eine „Lex Actros“ und Wettbewerbsnachteile. MAN, Iveco und Volvo werden erst 2013 Euro-6-Laster anbieten. Auch der Bundesverband Güterkraftverkehr (BGL), die Interessenvertreter der Spediteure, lehnt die Mercedes-Pläne ab. „Wir lassen uns solche Ladenhüter nicht andrehen“, wettert BGL-Geschäftsführer Karlheinz Schmidt. Denn die aufwendige Abgasnachbehandlungen mache die Laster 400 Kilo schwerer und entsprechend durstiger. So sei der neue Antrieb zwar drei Prozent sparsamer als der des Vorgängers, verbrauche aber vier Prozent mehr als der Euro-5-Motor, der parallel für den neuen Laster angeboten werde. Auch spiele im Fernverkehr Feinstaub keine Rolle, die Stickoxid-Reinigung sei belanglos. Schmidt rät, den Maut-Vorstoß zu ignorieren: „Dahinter steckt einseitiges Geschäftsinteresse.“

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