Daimler: Wie Dieter Zetsche zur Kultfigur für Auto-Fans wurde

Daimler: Wie Dieter Zetsche zur Kultfigur für Auto-Fans wurde

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Szene aus einem der fünf "Dr. Z"-Werbeclips.

In Deutschland ist Daimler-Chef Dieter Zetsche als wenig glamouröser, seriöser Manager bekannt. US-Autofans hingegen schätzen Zetsches Humor: Als Werbefigur "Dr. Z" erlangte Zetsche Kult-Status in den USA. Das erstaunliche dabei: Obwohl Daimler und Chrysler längst getrennte Wege gehen, pflegt Zetsche in den USA weiterhin sein Image als lustiger Deutscher.

Der Dreh dieses Videos gehörte wohl zu den angenehmeren Tagen von Dieter Zetsche als DaimlerChrysler-Chef: Als ihn ein tapsiger US-Reporter nach den Vorteilen der Fusion zwischen Daimler und Chrysler fragt, lädt Zetsche ihn auf eine Spritztour in einer Chrysler-Limousine ein. In deutsch gefärbtem Englisch erläutert er die Vorzüge, die sich aus der Verbindung von amerikanischem Design und deutscher Ingenieurskunst ergeben. Als ihn der Reporter fragt, ob er tatsächlich Doktor sei, lässt Zetsche den Wagen frontal an die Wand krachen. Die Airbags gehen wie vorgesehen auf – und dann hakt Zetsche beim Reporter nach: „Noch Fragen?“

Gedreht wurde der kurze Videoclip als einer von fünf Werbespots, in denen Zetsche als „Dr. Z“ für deutsche Technik in Chrysler-Autos warb. Die Kampagne floppte ebenso wie die Ehe zwischen Daimler und Chrysler. Seit Zetsche den US-Autobauer an Cerberus verkaufte, sind die witzigen Werbefilme auf der Video-Plattform Youtube aufzufinden.

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Doch aus der Wahrnehmung von US-Autofans ist das Bild des schnurrbärtigen Ingenieurs mit deutschem Zungenschlag nicht so leicht zu tilgen. Zetsche hatte bereits vor der Werbekampagne eine ziemlich klare Vorstellung davon, wie er bei den Amerikanern ankam. "Ich habe eine Glatze und einen großen Schnurrbart. Ich spreche Englisch mit kleinem Akzent und habe auch sonst kein Problem, mich zum Narren zu machen", sagte Zetsche einst selbstironisch.

Mittlerweile ist Zetsche sein Alter Ego "Dr. Z“ offenbar ans Herz gewachsen. Denn er hegt sein Image als witziger Teutone weiterhin. Bei der US Auto Show in Detroit Ende Februar etwa stand Zetsche nicht nur den professionellen Journalisten Rede und Antwort. Er ließ sich auch dazu erweichen, den Video-Bloggern der laut Eigendefinition "höchst angesehenen" amerikanischen Marktforschungsfirma Vehicle Voice eine Frage zu beantworten. Vehicle-Voice-Reporter David Barrett war so glücklich darüber, dass er das Video mit einer entsprechend launigen Ankündigung veröffentlichte. Sein Resümee: "Dr. Z. ist ein so freundlicher Typ, dass er sogar in ein schnelles Interview mit uns einwilligte.“

Den launigen Deutschen gab Zetsche auch bei der Aftershow-Party der Detroit Auto Show. Blogger der Website Jalopnik, die zum Verbund des Celebrity-Blogs Gawker.com gehört, schossen dort ein paar entlarvende Bilder. Sie zeigen „Ze Zetsche“, wie ihn die Jalopnik-Blogger liebevoll nennen, beim Bierzapfen hinter einer Bar. Auch das gehört offensichtlich zur Image-Pflege des Daimler-Chefs.

Zetsche macht in den USA aber nicht nur auf Klamauk. In einem Gespräch mit der amerikanischen Wirtschaftsuni Wharton School of Business präsentierte er sich als erfahrener Unternehmenslenker und plauderte freimütig darüber, wie er Chrysler saniert und letztlich verkauft hat. Der passende Titel des Beitrags: Driving Lessons, zu Deutsch Fahrstunden.

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