Daniel Craig im Interview: Daniel Craig über Paparazzi, Schönheits-OPs und seine Familie

Daniel Craig im Interview: Daniel Craig über Paparazzi, Schönheits-OPs und seine Familie

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Der britische Schauspieler und James-Bond-Darsteller Daniel Craig

Wie ein Krieger, der mit bloßen Händen töten kann, sieht sich Daniel Craig in der Rolle des James Bond. Im Gespräch nimmt der 40-jährige Brite manchmal auch das Lauern einer Raubkatze an, immer auf dem Sprung und bereit, dem Spiel mit dem Gegner jederzeit ein Ende zu machen.

Craig schlägt sich nicht erst mit der Presse herum, seit sie ihn vor seinem Dienstantritt als 007 in „Casino Royale“ (2006) verhöhnte. Lange bevor er als bester Bond seit Sean Connery ins Rampenlicht trat, glänzte der Charakterdarsteller schauspielerisch etwa in „München“ (2005), „Layer Cake“ (2004) oder „Road to Perdition“ (2002). fivetonine traf ihn exklusiv im litauischen Vilnius bei den Dreharbeiten des Widerstandsdramas „Defiance“, das Anfang 2009 in unsere Kinos kommt. Vorher freilich startet mit „Ein Quantum Trost“ (ab 6. November) das neue 007-Abenteuer, das inhaltlich direkt an den Welterfolg „Casino Royale“ anschließt.

Wie sich mein Leben durch den Erfolg geändert hat? Wenn ich in einen Pub gehe, dauert es in der Regel eine halbe Stunde, bevor die Paparazzi aufkreuzen und das Chaos beginnt. Also bin ich sehr gut darin geworden, 18 Bier in einer halben Stunde zu trinken. Das ist alles. Plastische Chirurgie ist kein Thema für mich. Aber nicht etwa, weil es mir gefällt, wenn so langsam alles am Körper zu hängen beginnt. Sondern weil mir der langfristige Effekt nicht gefällt. Was mit 40 wie eine gelungene Korrektur wirkt, lässt dich mit 60 aussehen wie einen Freak. Ich komme aus sehr bescheidenen Verhältnissen und besaß nie mehr als den Ehrgeiz, von der Schauspielerei zu leben und dabei Spaß zu haben. Inzwischen sind durch die Arbeit Buchungen in guten Hotels, Restaurants und Privatflugzeugen hinzugekommen. Eine Notwendigkeit. Aber ich will mich ja auch nicht beschweren. Ein Sexsymbol ist doch heutzutage jeder, der geradeaus in eine Kamera blicken kann. Ich nehme das nicht ernst und warte gelassen, bis sich die Aufregung gelegt hat. Ich interessiere mich zunehmend für asiatische Lebenskultur und bin von Hongkong fasziniert wie von keiner anderen Stadt der Welt. Aber Meditation und andere östliche Techniken sind nichts für mich. Mir genügt ein Bett, um zur Ruhe zu kommen.

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Gute Schauspielerei ist hart, aber gewiss nicht härter als richtige Arbeit. Ich musste nach Beendigung der Schule mal in einer Fabrik Computer-Komponenten am Fließband zählen. Selbst ein Kopfschuss wäre während dieses Jobs eine willkommene Abwechslung gewesen. Man sollte seine eigenen Stärken ebenso gut kennen wie seine Schwächen – und diese auch nicht verhehlen. Wenn ich etwa einen Modepreis gewinne, muss ich nur lachen, denn ich trage nur, was mir kompetentere Leute wie die 007-Designer hinlegen. In den Tom-Ford-Anzügen aus dem neuen Film kann man nur gewinnen. Am Ende des Tages bleiben dir eigentlich doch nichts als deine Freunde und die Familie. Sie machen sich über Gerüchte aus der Regenbogenpresse lustig, noch ehe ich mich darüber ärgern kann. Sie wedeln mit einer 007-Actionpuppe vor meiner Nase herum und erinnern mich daran, dass ich nur vor der Kamera ein smarter Spion bin. Kurzum: Sie sorgen dafür, dass mein Kopf trotz Showbusiness auf meinen Schultern bleibt und nicht abhebt wie ein Heliumballon. Meine Gagen? Wo ich herkomme, gilt es als unhöflich, über Geld zu sprechen. Ein gutes Prinzip. Als ich damals die Bond-Rolle erhielt, habe ich die Telefone ausgestellt und mich erst mal betrunken. Allein. Um es sacken zu lassen. Etwas Introspektion und Demut sind einfach angemessen bei einschneidenden Lebenserfahrungen. Vor einigen Jahren habe ich mit Paul Newman gedreht. Es war sein letzter Film, doch für die Schauspielerei hatte er noch immer den Enthusiasmus und den Lebenshunger eines jungen Mannes. In Drehpausen erzählte er am liebsten dreckige Witze. Genau so stelle ich mir mein Leben im Rentenalter vor. Mein Job kann noch so gut laufen, doch eine vernünftige Wohnung in London werde ich mir nie leisten können. Oder leisten wollen. Wer es gewohnt war, monatlich das Geld für die Miete zusammenzukratzen, der wirft keine Millionen zum Fenster raus, nur damit ihm die paar Zimmer gehören. Da bunkere ich mein Geld lieber unterm Kopfkissen. Sie werden mich im Leben in keiner romantischen Komödie sehen, obwohl es kein leichter verdientes Geld gibt. Aber es wäre mir schlicht zu langweilig, vor der Kamera dutzendfach denselben, bescheuerten Witz zu wiederholen. Ich bin ein Adrenalin-Junkie. Wenn ich zur Arbeit gehe, stehe ich unter Strom wie ein Rock 'n' Roll-Musiker vor dem Konzert. Diese nervöse Energie hat man, oder man hat sie nicht. Man sollte diese Impulse nur nie unterdrücken. Sonst implodiert man vor Frustration.

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