Datenschutz: Kabel Deutschland hat offenbar auch Kontonummern an dubiose Vertriebspartner weitergeleitet

Datenschutz: Kabel Deutschland hat offenbar auch Kontonummern an dubiose Vertriebspartner weitergeleitet

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Kabel Deutschland Zentrale in Unterföhring

Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht will die seit dem vergangenen Jahr laufenden Ermittlungen gegen Kabel Deutschland ausdehnen. Der TV-Netzbetreiber hat offenbar auch Kontonummern an dubiose Vertriebspartner weitergeleitet.

Ende März enthüllte die WirtschaftsWoche, dass Kabel Deutschland äußerst fahrlässig mit sensiblen Kundendaten umgegangen ist.

Mehrere Hunderttausend Kundendaten waren in die Hände dubioser Telefonverkäufer im In- und Ausland gelangt, die mit zahllosen Anrufen die TV-Kabelkunden belästigten.

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Jetzt droht Kabel-Deutschland-Geschäftsführer Adrian von Hammerstein neuer Ärger.

Denn das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht will die seit dem vergangenen Jahr laufenden Ermittlungen gegen das Unternehmen ausdehnen. Das kündigt der Leiter Günther Dorn nach Sichtung von Dokumenten an, die ihm die WirtschaftsWoche vorgelegt hatte.

Kabel Deutschland und/oder die Vertriebspartner haben demnach offenbar mehrfach gegen den Datenschutz verstoßen. Nicht nur Adressdaten samt Telefonnummern wurden im vergangenen Jahr an fremde Callcenter und ihre Subunternehmer unkontrolliert weitergegeben.

Einige Vertriebspartner erhielten auch Zugriff auf den kompletten Datensatz

Einige Vertriebspartner erhielten auch Zugriff auf den kompletten Datensatz – inklusive der bis auf die letzten drei Ziffern vollständigen Kontonummer. Mit diesen Informationen sollte es den Agenten noch leichter fallen, per Telefon die schnellen Internet-Anschlüsse zu verkaufen.

Das geht aus internen Mails von Condor Media hervor, einem von Kabel Deutschland beauftragten Callcenter-Betreiber in Oberhausen, der für diesen Großauftrag ein gutes Dutzend Subunternehmen eingeschaltet hatte.

In einem Schreiben vom 22. August 2008 an die „sehr geehrten Geschäftspartner“, das der WirtschaftsWoche vorliegt, schlägt Condor Media eine „Lösung des Bankdatenabgleichproblems“ vor.

Weil es wegen der publik gewordenen Datenskandale so schwierig geworden sei, „Kontodaten zu erfragen und abzugleichen“, hätten „Sie in unserer Erfassungsmaske die Möglichkeit, anhand der Kunden- und Regionalnummern die Kundendaten durch Kabel Deutschland auffüllen zu lassen“.

Erstaunt sind Datenschutz-Experten über die Ankündigung: „Bis auf die letzten drei Ziffern werden Sie die Kontonummer des Kunden vollständig sehen und „per Mausklick ,Kundendaten übernehmen‘ direkt in die Maske überspielen.“ Condor Media war von dieser Neuerung selbst begeistert: „Somit haben wir einen sehr starken Trumpf in der Hand, um den Kunden davon zu überzeugen, dass wir Kabel-Deutschland-Medienberater sind.“

Kabel Deutschland will den „Vorgang eingehend prüfen und gegebenenfalls „rechtliche Schritte“ gegen den ehemaligen Vertriebspartner Condor Media einleiten, dem bereits zum 28. Februar 2009 gekündigt worden war, so das Unternehmen.

Man habe „zu keiner Zeit Bankverbindungsdaten von Kunden an Vertriebspartner weitergegeben“, heißt es in einer Stellungnahme von Kabel Deutschland. Hakan Akyazi, Chef von Condor Media, sieht keinen Verstoß gegen den Datenschutz: „Wir haben Bankdaten nur von Kunden erhalten, nicht von Kabel Deutschland.“

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