David Murdock : Alles Banane für den Dole-Chef

David Murdock : Alles Banane für den Dole-Chef

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Dole: der Fruchtkonzern hat neue Probleme mit der EU und seinen Ländereien in Amerika

Der Eigentümer des weltgrößten Fruchtkonzerns Dole muss Ländereien in Kalifornien und auf Hawaii verkaufen.

Dole-Chef David Murdock hat harte Zeiten erlebt: In den Achtzigerjahren musste der Chef des weltgrößten Obst- und Gemüsehändlers den Konzern vor der Pleite retten, seit mehr als zehn Jahren streitet er mit der EU über die Importvorschriften für Bananen, und vor drei Jahren durchsuchte die EU-Kommission seine Büros in Hamburg, weil sie ihn verdächtigte, Preise abgesprochen zu haben. Jetzt muss der 84-Jährige für rund 115 Millionen Dollar Ländereien in Hawaii und Kalifornien versilbern, um Anleihen im Wert von 350 Millionen Dollar bedienen zu können, die am 1. Mai 2009 fällig sind. Grund für den Mangel an Bargeld ist vor allem das Europa-Geschäft: Nachdem die EU 2006 die Zölle auf lateinamerikanische Bananen erhöht hatte, ließ sich Murdock auf einen Kampf um Marktanteile mit dem Konkurrenten Chiquita ein, statt die Preise anzuheben. Zudem treibt der steigende Ölpreis die Transportkosten hoch.

Vor rund fünf Jahren hat Murdock unter Mithilfe der Deutschen Bank Anleihen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro ausgereicht, um auch die 76 Prozent der Dole-Aktien zu erwerben, die damals noch frei gehandelt wurden. Die ersten Dole-Anteile hatte sich Murdock bereits in den Achtzigerjahren gesichert. Mit dem Deal übernahm er nicht nur die Leitung des Konzerns, er wurde auch Eigentümer der sechstgrößten Hawaii-Insel Lanai sowie Teilen der Nachbarinsel Oahu. Begonnen hatte Murdock seine Karriere mit einem Kredit über 1800 Dollar, heute wird sein Vermögen auf 4,7 Milliarden Dollar geschätzt.

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Das Geld verdankt der Vegetarier allerdings weniger dem Fruchthandel als seinen Immobiliengeschäften vor allem in Kalifornien. Im US-Wahlkampf um die Nachfolge des Präsidenten George W. Bush unterstützt der Fruchtkönig den Republikaner John McCain.

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