De-Mail: Verbraucherschützer befürchten Post-Monopol im Internet

De-Mail: Verbraucherschützer befürchten Post-Monopol im Internet

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Lichtinstallation zum E-Postbrief

von Christian Schlesiger

In dieser Woche findet in Berlin die öffentliche Anhörung im Bundestag zum geplanten De-Mail-Gesetz statt. Der sichere E-Mail-Standard soll rechtskräftige Geschäfte im Internet ermöglichen. Nun streiten Unternehmen um den Domainnamen. Rettet die Deutsche Post ihr Quasi-Briefmonopol ins Internet?

Die Deutsche Post war Vorreiter. Noch lange bevor das De-Mail-Gesetz Realität wird, startete der Logistikkonzern aus Bonn im Juli vergangenen Jahres den E-Postbrief. Das Versprechen des Konzerns: Die Post bringe das Briefgeheimnis ins Internet. Jeder Nutzer, der sich für den Service anmeldet, erhält eine E-Mail-Adresse, mit der er allen anderen Nutzern des E-Postbriefes vertrauliche, verbindliche und sichere Nachrichten schicken kann - wahlweise als E-Mail oder klassisch als Papierbrief.

Die Konkurrenz vernahm die ersten Gehversuche des Brief-Konzerns im Internet mit einem Schmunzeln. Der Start des Online-Portals lief holprig. Wer PDF-Dateien verschicken wollte, bekam als Brief mitunter unleserliche Dokumente geschickt. Einige Online-Funktionen hakten. Doch inzwischen sind die Kinderkrankheiten weitestgehend ausgeräumt - und das Lächeln der Konkurrenz ist einer verbitterten Mine gewichen.

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Der Grund liegt weniger an der Technik des Post-Konzerns. Was die Deutsche Post mit ihrem E-Postbrief schafft, können Provider wie Deutsche Telekom und United Internet mit den Portalen web.de und GMX schon längst. Die Verschlüsselungstechnik ist im Grunde kein Hexenwerk. Die Unternehmen wollten nur das Gesetz abwarten, dass die Voraussetzungen schafft, damit rechtskräftige Geschäfte via sicherer De-Mail möglich sind. Dann wollten auch sie loslegen.

Das geplante De-Mail-Gesetz kommt bald. Ein Entwurf existiert. Eine letzte kleine Hürde muss die Regierung noch nehmen. Am Dienstag dieser Woche findet im Bundestag eine letzte öffentliche Anhörung zum Thema statt. Noch Ende Februar soll der Entwurf mit den Mehrheiten der Koalitionsparteien in ein Gesetz gegossen werden.

Und über den Inhalt wird hinter den Kulissen heftig gestritten. Denn schon gleich am Anfang könnten die Marktanteile im Millionengeschäft um die sichere De-Mail verteilt werden. Es geht um die Frage, ob die Deutsche Post ihr faktisches Monopol bei der Zustellung von Briefen ins Internet retten kann. Wettbewerber fürchten genau das!

Denn anders als noch vor einem Jahr in dem Gesetzesentwurf geplant, fehlt an einer ganz wichtigen Stelle eine zenrale Vorgabe für die De-Mail-Adresse. Bislang sollte der Begriff „de-mail“ auch Teil der E-Mail-Domain werden. Wer sich bei einem De-Mail-Provider für den Service anmeldet, sollte eine Adresse erhalten, die folgender Systematik folgt: vorname.nachname@web.de-mail.de oder vorname.nachname@t-online.de-mail.de - je nach Provider mit dem entsprechenden Firmenzusatz. Ziel dieser Einheitlichkeit: Der Endverbraucher sollte sofort wissen, dass es sich um eine De-Mail handelt.

Die Deutsche Post war von Anfang an dagegen ­- und hat offenbar gute Lobbyarbeit betrieben. Der Zusatz "de-mail" in der Adresse fällt laut aktuellem Gesetzesentwurf weg.

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