Deinbus.de: Mitfahrzentrale für Busfahrten

Deinbus.de: Mitfahrzentrale für Busfahrten

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Reisebus waehrend einer Verkehrskontrolle

von Christian Schlesiger

Drei Studenten mischen den Markt für Fernbuslinien auf. Ihr Konzept: eine Mitfahrzentrale für Bustouren im Internet. Der Deutschen Bahn schmeckt das ganz und gar nicht.

Der Andrang war übersichtlich als am 4. Dezember vergangenen Jahres der erste Bus von Frankfurt nach Köln rollte. Gerade einmal vier Passagiere versammelten sich in dem Reisebus. Viel Platz für wenig Geld. 12,50 Euro zahlte jeder Fahrgast, um in rund zweieinhalb Stunden den Hauptbahnhof in Köln zu erreichen. Noch immer stehen die Fahrgäste nicht Schlange, aber die Nachfrage ist "deutlich gestiegen", sagt Alexander Kuhr, Chef des Start-up-Unternehmens Yourbus. Zusammen mit zwei ehemaligen Kommilitonen gründete er im März 2009 das Unternehmen, um den Markt für Fernbuslinien in Deutschland aufzumischen. Die Idee: Auf dem Portal deinbus.de. bieten sie eine Mitfahrzentrale für Busreisende an. Wer von Frankfurt nach Köln, Stuttgart oder Berlin mit dem Bus reisen möchte, findet auf deinbus.de Gleichgesinnte, die vor allem eines im Sinn haben: preiswert reisen. Die Hürden sind groß: Noch immer sind Fernbuslinien in Deutschland die Ausnahme. Das Personenbeförderungsgesetz, das in Teilen auf das Jahr 1934 zurück geht, verhindert Wettbewerb zwischen Fernbuslinien und der Deutschen Bahn. Dadurch sollte der hoch subventionierte Bahnverkehr dauerhaft vor unliebsamen Wettbewerbern geschützt werden. Wettbewerb darf es heute nur geben, wenn eine "erhebliche Verkehrsverbesserung" gegenüber den Angeboten der Deutschen Bahn vorgewiesen werden kann - und  das gelingt nur den wenigsten Busunternnehmen.

Deinbus nutzt Gesetzeslücke

Die drei Studenten nutzen nun eine Gesetzeslücke aus. Ihre Idee: Jeder Mensch in Deutschland darf sich einen Reisebus mieten und von Ort zu Ort fahren. Über deinbus.de kann nun jeder Nutzer einen Reisebus für seine Wunschverbindung reservieren. Die Fahrt steht Mitfahrern offen. Ist die Mindestauslastung von rund einem Dutzend Begleitern erreicht, findet die Fahrt garantiert statt. Mit steigender Nachfrage entsteht so "ein verlässliches Stadt-zu-Stadt-Beförderungssystem" sagt Kuhr.Und es läuft immer besser. Das Geschäft der jungen Truppe wächst kontinuierlich. Es gebe inzwischen ein paar Stammstrecken, die gut ausgelastet seien. Dazu gehören etwa die Strecken Frankfurt-Köln, München-Stuttgart und Frankfurt-Stuttgart. Die werden "gut angenommen", so Kuhr. Im Schnitt würden sich so inzwischen 15 bis 20 Leute finden, die sich gemeinsam einen Bus teilen.

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Vor allem Studenten nutzen die Streckenangebote, die auch über Twitter und Facebook publik gemacht werden. Operativ kommt das Unternehmen bei einer Auslastung zwischen 15 und 17 Passagieren auf ihre Kosten. Die Busse mietet deinbus.de bei meist regionalen Busunternehmen an. Kooperationsabkommen gibt es etwa mit Abellio aus Essen und Edelweiß Reisen aus München, die auch froh seien, ihre Reisebusse an Wochenenden besser auslasten zu können.

Streit um Öffnung des Busmarktes

Die Zukunft des jungen Unternehmen ist noch ungewiss. Noch immer streitet die Bundesregierung, die in ihren Koalitionsvereinbarungen eine Öffnung des Busmarktes festgeschrieben hat, über Details. Sowohl eine vollständige als auch eine teilweise Liberlaisiung sind im Gespräch. Bis zu einer endgültigen Entscheidung dürfen Monate vergehen und damit eine Zeit der Ungewissheit.Klarheit schaffen könnte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, das am Donnerstag darüber entscheidet, ob das Busunternehmen Deutsche Touring die Strecke Frankfurt-Köln-Dortmund mit dem Argument beantragen durfte, dass niedrige Preise alleine eine wesentliche Verkehrsverbesserung darstellen würden. Die Busbranche hofft nun auf eine Grundsatzentscheidung zu ihren Gunsten. Für deinbus.de ist ein positives Urteil und eine schnelle Umsetzung der Marktöffnung schicksalshaft. Denn noch bevor das Geschäft anfängt zu brummen, könnte es bald schon vorbei sein. Die Deutsche Bahn macht Druck und hat das Unternehmen mit einer Abmahnung angeschrieben - zum zweiten Mal.

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