Denkfabrik: Bürger blicken mit Grundoptimismus skeptisch in die Zukunft

Denkfabrik: Bürger blicken mit Grundoptimismus skeptisch in die Zukunft

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Renate Köcher ist u.a. Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach

Die Wirtschaftskrise lässt die Bürger skeptischer in die Zukunft blicken. Doch statt in Untergangsstimmung zu verfallen, bewahren sie einen Grundoptimismus, sagt Renate Köcher.

Ganz allmählich lässt der Schrecken der Bevölkerung über die Finanzmarktkrise nach. Die Zahl derer, welche die Krise außerordentlich beunruhigt, hat sich binnen drei Wochen von 50 auf 38 Prozent verringert, der Anteil derjenigen, die die Situation weitgehend sorglos beobachten, von 15 auf 23 Prozent vergrößert. Auch die Sorgen um die eigenen Ersparnisse lassen langsam nach.

Die Mehrheit hat den Eindruck, dass die Regierung auf die Krise richtig und besonnen reagiert hat. 51 Prozent der Bürger halten das staatliche Rettungspaket für richtig, nur 17 Prozent finden es falsch.

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Allerdings zeigt ein Test auf die Stabilität dieser Positionen, dass sie mit Polemiken gegen das Rettungspaket und den Verweis auf die von den Bürgern zu tragenden Lasten leicht zu erschüttern ist – besonders in den einfachen Bildungsschichten, bei politisch Desinteressierten und in den neuen Ländern. Insgesamt hat die Unterstützung für SPD und Union in den vergangenen Wochen unter dem Eindruck ihres Krisenmanagements nur marginal zugenommen.

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Während die Beunruhigung über die Finanzmarktkrise nachlässt, wachsen die Sorgen über die Konjunktur, besonders über den Arbeitsmarkt. Sprunghaft hat sich die Erwartung verstärkt, dass die kommenden sechs Monate von einem negativen Konjunkturverlauf geprägt sein werden.

Noch Anfang September rechneten damit lediglich 38 Prozent der Bevölkerung, am Ende desselben Monats bereits 48 Prozent, heute annähernd 60 Prozent. Angesichts des Trommelfeuers schlechter Nachrichten, das eine geradezu einschüchternde und lähmende Wirkung erzeugt, ist es erstaunlich, dass immerhin noch ein Zehntel der Bevölkerung den weiteren Konjunkturverlauf optimistisch sieht und 25 Prozent eine stabile Situation erwarten.

Die Mehrheit lebt im Moment in zwei Welten: der öffentlichen Sphäre, die von einer nicht abreißenden Serie von Hiobsbotschaften geprägt ist, und dem eigenen Erfahrungsbereich, in dem das Leben inmitten der drohenden Unwetterfronten noch relativ normal und unbeeinträchtigt verläuft. Nachrichtenlage und Alltagsleben der Bevölkerung stehen zurzeit in einem auffallenden Kontrast.

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