Designierte Barmer-Chefin Fischer: Mehr Krankenkassen als erwartet müssen Zusatzbeiträge erheben

Designierte Barmer-Chefin Fischer: Mehr Krankenkassen als erwartet müssen Zusatzbeiträge erheben

von Anke Henrich

Die künftige Chefin der Barmer Ersatzkasse, Birgit Fischer, erwartet, dass im nächsten Jahr mehr gesetzliche Krankenkassen Zusatzbeiträge von ihren Versicherten erheben müssen, als dies von der Bundesregierung erwartet wird.

Bisher geht das Bundesgesundheitsministerium davon aus, dass bis zu 25 Krankenkassen betroffen sind. „Es dürften noch viel mehr werden“, sagte Fischer der WirtschaftsWoche. „Die Barmer plant das konkret nicht, aber für das ganze nächste Jahr können wir es trotz Überschuss aus 2009 nicht mehr ausschließen.“ Nach der Fusion mit der Gmünder Ersatzkasse (GEK) am 1. Januar 2010 ist die Barmer die größte deutsche Krankenkasse mit dann 8,6 Millionen Versicherten.

Von der Bundesregierung fordert Fischer mehr Planungssicherheit. „Wir gehören nach unserem Zusammenschluss mit der Gmünder Ersatzkasse mit einem Umsatz von 22 Milliarden Euro im Jahr zu den 30 größten deutschen Unternehmen, haben aber jetzt noch keine Klarheit über die Rahmenbedingungen für 2010“, sagte Fischer. „In Berlin werden wichtige Entscheidungen auf die lange Bank geschoben, es herrscht Mutlosigkeit.“ Aufgrund der Finanzlage dürften „auf lange Sicht nach diversen Zusammenschlüssen noch 25 bis 30 von derzeit 184 Krankenkassen überleben“, so Fischer.

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Die Einführung einer Kopfpauschale würde laut Fischer insgesamt Mehrkosten von bis zu 35 Milliarden Euro verursachen. „Wir haben das mal nachgerechnet: Etwa 60 Prozent der Versicherten wären auf einen Steuerzuschuss angewiesen, rund 40 Prozent würden von der Kopfpauschale profitieren“, so Fischer. Von der Bundesregierung verlangt sie „nachhaltige Konzepte“. „Beispielsweise einen Innovationsfonds, in den auch Gelder des Forschungs- und des Wirtschaftsministeriums fließen“.

Fischer wurde 2006 zur stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Barmer gewählt, am 1. Januar 2010 übernimmt sie den Chefposten. Von 1998 bis 2005 war Fischer (SPD) Gesundheitsministerin in Nordrhein-Westfalen.

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