Designpreis Red Dot: Design hinter dem Werkstor

Designpreis Red Dot: Design hinter dem Werkstor

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Roboter KR 700 PA von Kuka: Kraftbolles Arbeitstier mit Konturen aus der Biologie

von Lothar Schnitzler

Lange war Design nur wichtig für schöne Dinge von Auto bis Möbel. Nun erkennen Unternehmen, dass gute Gestaltung auch Roboter oder Bohrhämmer in der Qualität verbessert.

Das Atelier von Industriedesigner Paul Budde wirkt wie eine Werkstatt für Landmaschinen. Aufgebockt stehen in einer Reihe Modelle von Fahrerhäuschen für Mähdrescher, Motorhauben von Traktoren oder Scheinwerferfronten. Frühe Entwürfe der einzelnen Segmente sind gefertigt aus Sperrholz, Schaumstoff. Fortgeschrittenere Projekte bestehen aus Stahl, Aluminium und Kunststoff. Buddes Allerheiligstes ist normalerweise Sperrzone für Besucher, vorsichtshalber wirft er noch schnell ein Tuch über ein Mähdreschermodell.

Budde empfängt in seinem Studio am Rande von Münster, da, wo Stadt und Land aufeinandertreffen, zwischen Pferdeweiden, Bauernhöfen und mittelständischen Metallbetrieben. Mit seinem Bart, dem westfälischen Akzent und seiner Gelassenheit erinnert er eher an einen Landadeligen als an einen Designer. Tatsächlich kümmert sich Budde weniger um die Schönheit von Sportwagen, Sofas oder Mobiltelefonen. Sein Ding ist vor allem die Ästhetik von Traktoren, Mähdreschern oder Straßenbaumaschinen – in der Designerszene als B-to-B-Design oder Investitionsgüterdesign bezeichnet.

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Design lohnt sich

Budde ist Vertreter einer Zunft, die zunehmend aus dem Schatten der großen Namen des Designs von Citterio bis Starck herauskommt, die ihren Ruhm auf Möbeln und Leuchten bauten. Früher als Schwermetalldesign verspottet, erlebt die Gestaltung von Güterwaggons, Schlagbohrmaschinen oder Werkzeugmaschinen seit der Jahrtausendwende einen enormen Image- und Bedeutungszuwachs. Sei es der Roboterbauer Kuka, der Hersteller von Elektrowerkzeugen Hilti, der Maschinenbauer Gildemeister oder der Optikkonzern Zeiss: Kaum ein Hersteller überlässt heute noch das Aussehen seiner Geräte und Maschinen den Zufallseinfällen seiner Entwicklungsingenieure.

"Design lohnt sich, nicht nur für die Maseratis oder Apples dieser Erde, sondern auch für uns als Maschinenbauer", weiß Andreas Bauer. Der 39-Jährige ist Direktor für Marketing bei der Augsburger Kuka Roboter GmbH, die in diesem Jahr drei Preise bei der führenden internationalen Designauszeichnung, dem Red Dot Award, eingeheimst hat. „Sähen unsere Roboter weniger kraftvoll, schnell und präzise aus, als sie tatsächlich sind, dann müssten wir bedeutend mehr Geld ausgeben, um die Kunden von der tatsächlichen Leistung unserer Roboter zu überzeugen“, sagt Bauer. Die Formsprache soll dem Kunden subtil die Eigenschaften des Gerätes vermitteln.

Mehr Absatz durch Design

Design, vor allem für Industriegüter, soll aber auch dazu dienen, den Nutzern das Leben zu erleichtern und den Unternehmen Kosten zu sparen. "Gutes Design bringt Alltagstauglichkeit und damit auch Geschäft. Das gilt auch für Investitionsgüter", sagt Peter Zec, Chef des Design Zentrums Nordrhein Westfalen, das den Red Dot Design Award vergibt. Der Bielefelder Maschinenbauer Gildemeister befragte 2007 auf der Maschinenbaumesse Emo rund 4000 Fachbesucher, ob Design die Kaufentscheidung beeinflusse. Mehr als 80 Prozent bejahten die Frage.

Dass bei den Maschinen-, Traktoren- oder Medizintechnikherstellern das Interesse am Design steigt, zeigt die wachsende Zahl der Bewerbungen und Auszeichnungen beim Red Dot. Waren es im Jahr 2008 noch 57 Auszeichnungen, die für gelungenes Design von Maschinen und Gerätschaften vergeben wurden, so werden die Designer von Industriegütern auf der feierlichen Preisverleihung im Essener Aalto-Theater 74 Auszeichnungen einheimsen.

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