Deutsche Bahn: Bahn bekommt auf Fernstrecken Konkurrenz

Deutsche Bahn: Bahn bekommt auf Fernstrecken Konkurrenz

von Christian Schlesiger

Private Unternehmen greifen die Deutsche Bahn auch im Fernverkehr an. Die Pläne dafür stehen.

Die Deutsche Bahn erhält weitere Konkurrenz auf der Fernstrecke. Die Kölner MSM Gruppe, die bisher Bahnreisen organisiert, plant von Ende 2012 an einen Linienverkehr von Köln nach Berlin und Hamburg und zurück. Die Züge haben Intercity-Niveau und werden in Hannover geteilt, ein Teil fährt nach Hamburg, der andere nach Berlin. Zunächst will MSM jeweils drei Hin- und Rückfahrten täglich anbieten. „Vor allem an verkehrsstarken Tagen wie freitags und sonntags wollen wir öfter fahren“, sagt MSM-Geschäftsführer Niko Maedge. Die Nutzung der Schienentrassen hat MSM schon bei DB Netz beantragt, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn.

Die Strecke von Köln nach Berlin sollen die MSM-Züge in rund viereinhalb Stunden zurücklegen und wären damit nur etwas langsamer als die ICE-Züge der Deutschen Bahn. Haltestellen sind vorgesehen in Düsseldorf, Duisburg, Essen, Bochum, Dortmund sowie Berlin-Spandau und Berlin-Zoo. Auf der Fahrt zwischen Hannover und Hamburg halten die Züge auch in Celle und Lüneburg. MSM-Chef Maedge will die Deutsche Bahn vor allem „beim Preis angreifen“. Zudem setzt er auf ein Zwei-Klassen-Konzept und von nachmittags an auf Lounge-Musik im Bordbistro. „Vielleicht trinkt der eine oder andere Fahrgast dann auch mal vier statt nur ein Bier“, sagt Maedge. Die Intercity-Züge chartert MSM bei einer Staatsbahn im Ausland. Bei wem genau will Maedge nicht sagen. Gleichzeitig sicherte sich MSM eine Kaufoption auf eigene Züge.

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Für Bahn-Chef Rüdiger Grube verschärft sich dadurch der Wettbewerb im Fernverkehr. Neben MSM plant auch der private Betreiber HKX Ende dieses Jahres oder Anfang kommenden Jahres drei tägliche Verbindung von Köln nach Hamburg und zurück. Hinter HKX stecken britische und amerikanische Investoren. Auch dieses Unternehmen will in seinen Zügen eine erste und eine zweite Klasse einrichten und seine Tickets billiger anbieten als die Deutsche Bahn.

Direkte Folgen dürfte die Bahn-Tochter DB Fernverkehr nicht nur bei den Einnahmen spüren, sondern auch bei der Trassenplanung. Sowohl HKX als auch MSM würden einzelne Züge, die die Deutsche Bahn nur an verkehrsstarken Tagen einsetzt, aus dem Fahrplan drängen. Grund: DB Netz entscheidet bei der Trassenvergabe nach den zu erwartenden Einnahmen. Der tägliche Linienverkehr von HKX und MSM verspricht mehr Geld als Fahrten an nur wenigen Tagen.

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