Deutsche Bahn: Bahn-Chef Grube auf Mehdorns Spuren - Seite 4

Deutsche Bahn: Bahn-Chef Grube auf Mehdorns Spuren

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Ein Güterbahnhof in Mannheim. Quelle: AP
Ein Güterbahnhof in Mannheim. Die Deutsche Bahn verlor im Güterverkehr 4 Prozent Marktanteil. Quelle: AP

Das angespannte Verhältnis von Bahn zu Bestellern von Nahverkehrsleistungen und Wettbewerbern hat sich verbessert. „Der Umgangston ist weniger rau“, sagt Arnd Schäfer, Chef der Bundesarbeitsgemeinschaft Schienenpersonennahverkehr. Allerdings dürfte das auch daran liegen, dass die Bahn bemerkt hat, wie sehr sie im Nahverkehr ihr Monopol verlor und Leistungen nicht mehr einfach bestimmen kann. „Sie muss sich um ein besseres Verhältnis zu den Aufgabenträgern bemühen“, sagt Schäfer. Zudem müssten sich die Versprechen im Praxistest noch beweisen. „Es sind noch Fragen offen.“

Denn wenn es hart auf hart kommt, bedient sich die Bahn weiterhin wettbewerbsfeindlicher Winkelzüge – so bei dem im November geschlossenen Nahverkehrsvertrag mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr im Volumen von einer Milliarde Euro. Statt den Auftrag über eine Ausschreibung zu akquirieren, einigten sich die Parteien im Hinterzimmer und verlängerten den bereits laufenden Vertrag für S-Bahn-, Regionalexpress- und Regionalbahnstrecken um fünf Jahre bis 2023.

Privilegien bewahren

Abellio Rail NRW, ein britisches Unternehmen mit Interesse an S-Bahn-Strecken, klagte gegen den Deal. Bei der mündlichen Verhandlung in Münster zeigten Anwälte der Bahn das hässliche Gesicht des Monopolisten. Milliardenaufträge schaffe nur die Deutsche Bahn, so ein Anwalt, Wettbewerbern seien „kleine Micky-Maus-Verträge“ vorenthalten. Zudem gebe es eine Art „Sonderrecht des Monopolisten“.

Das passt in die alte Strategie, Privilegien zu bewahren. Klagen der Wettbewerber oder Entscheidungen der Bundesnetzagentur folgen Gegenklagen, Klagen in höherer Instanz — meist bis ein Gericht „in der Hauptsache“ entscheiden muss. Das dauert Jahre. Das Nachsehen haben Wettbewerber, die weder Zeit noch Geld haben, die Verfahren durchzustehen.

Zur Halbjahrespressekonferenz im August 2009 kündigte Bahn-Chef Grube „fairen Wettbewerb“ auf der Schiene an — als einen von sechs Punkten auf seiner Agenda. Möglich ist, dass er dazu wegen der vielen anderen Probleme noch nicht gekommen ist. 

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 09.06.2010, 11:25 UhrAnonymer Benutzer: Ingo Wendler

    Die Db als einzige namhafte bahn Europas zu bezeichnen, ist etwas übertrieben. Zumal Deutschland nicht unbedingt als "bahnfahrernation" bekannt ist. Schaut man zum Nachbar Schweiz, so ist das Angebot vom Fernverkehr bis Nahverkehr abgestimmt, ja sogar perfekt vernetzt. Zudem gilt die Schweiz als bahnfahrernation Europas und belegt neben Japan weltweit einen Spitzenplatz bzgl. Nutzung des öffentlichen Verkehrs.

  • 25.04.2010, 23:06 UhrAnonymer Benutzer: Don Bosco

    Ja die bahn hat es voll im Griff. Unübersichtliche Fahrkartenautomaten, schwierige Menüführung,kontrastarme Displays am Tag, gut versteckte Tarife. Letztens am bahnhof nur ein Fahrplan pro Gleis, Grafik und Aufteilung wie in den 50er Jahren. Schlecht zu lesen für ältere Menschen etc. Warum gibt es wohl in Österreich auf bahnhöfen überall TV-Terminals auf denen Fahrpläne und Fahrzeiten übersichtlich abgerufen werden können? Deutsche bahnhöfe sind zu Einkaufszentern geworden, die basisdienstleistung wurde dabei vergessen, Hochtechnologie und gutes Design im eigenen Land, ausser bei V8 Audis und V12 VWs? Fehlanzeige!

  • 23.04.2010, 11:12 UhrAnonymer Benutzer: Hägar

    Statt Geld für den Kauf eines Konkurrenten auszugeben, sollte die bahn besser ihre eigenen Probleme in Angriff nehmen, z.b. marode Gleise reparieren, bahnhöfe sanieren und zügig (!) Neubaustrecken zu Ende bauen. Hier will sich nur wieder ein Manager ein Denkmal setzen, an die Kunden wird nicht gedacht, die sich weiter mit Unpünktlichkeit, Dreck und mangelndem Service rumschlagen müssen.

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